8 September 2011

Biomasse-Aschen als Dünger

Versuche der Uni Rostock mit vielversprechenden Ergebnissen

Drei Jahre lang untersuchten Forscher der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock die Düngewirkung von Asche aus der Verbrennung von Biomasse. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Hintergrund ist die Tatsache, dass der Pflanzennährstoff Phosphor (P) zu den aus ökonomischer Sicht endlichen Ressourcen gehört. Experten gehen davon aus, dass ökonomisch sinnvoll nutzbare P-Lagerstätten innerhalb der nächsten 100 Jahre erschöpft sein könnten. Biomasseaschen enthalten P und andere wertvolle Nährstoffe in relevanten Mengen, ihre Nutzung kann dazu beitragen, P-Düngemittel einzusparen und Nährstoffkreisläufe zu realisieren.

In dem Vorhaben wurden Versuche mit Aschen aus der Verbrennung von Stroh, Getreide und Rapsextraktionsschrot im Labor und auf dem Feld in Rostock, Potsdam und Trenthorst / Schleswig-Holstein durchgeführt. Dabei verbesserten sich auf zwei der drei Versuchsflächen die Erträge und die P-Aufnahmen der angebauten Fruchtarten. In Rostock verstärkte eine Kombination mit Phacelia und Grünroggen als Zwischenfrucht den P-Düngungseffekt der Aschen. In Potsdam-Bornim brachten mit Strohasche gedüngte Böden sogar höhere Erträge und P-Aufnahmen als mit Triplesuperphosphat gedüngte Vergleichsflächen, obwohl über die Strohasche weniger P ausgebracht worden war.

Lediglich am 3. Standort in Trenthorst konnte keine positive Auswirkung festgestellt werden, was auf die dort vorhandenen höheren pH-Werte und höheren P-Gehalte im Boden zurück geführt wurde.

Bei den zweijährigen Gefäßversuchen im Gewächshaus wurde die Wirkung der Aschen in Kombination mit acht verschiedenen Haupt- und Zwischenfrüchten getestet. Hier zeigte sich, dass die Wirkung der Aschen auf die P-Verfügbarkeit im Boden auch signifikant von der kultivierten Fruchtart beeinflusst wird. Gute Ergebnisse hinsichtlich der P-Düngungseffekte wurden unter anderem mit der Kombination Strohasche/Phacelia erzielt.

Grundvoraussetzung für den Einsatz der Aschen ist die Nicht-Belastung mit Schwermetallen. Hier besteht noch Entwicklungsbedarf bei der Verbrennungstechnik und der Ascheaufbereitung. Bevor Biomasseaschen in größerem Umfang in der Praxis Einzug halten können, sind außerdem bei den Themen Logistik und Ausbringung noch einige Fragen zu lösen. Am Ende muss der Aschedünger preislich mit gängigen P-Düngern konkurrieren.

Die FNR wird deshalb künftig weitere Vorhaben zum gesamten Themenkomplex ‚Nährstoffrecycling’ fördern. Ein entsprechender Förderschwerpunkt “Untersuchungen zur Humus- und Nährstoffwirkung organischer Reststoffe aus Biomassekonversionsanlagen sowie von Energiepflanzenproduktionssystemen” wurde im Rahmen des Energie- und Klimafonds der Bundesregierung veröffentlicht, zu dem die FNR nach wie vor Projektvorschläge einwirbt.

Der Abschlussbericht zum Projekt “Nutzung von Biomasseaschen für die Phosphor-Versorgung im Pflanzenbau” der Universität Rostock findet sich auf www.fnr.de im Menü Projekte & Förderung – Projekte unter dem Förderkennzeichen 22016206.

Informationen zu einem bereits abgeschlossenen Projekt Organo-Asche-Presslinge als zukunftsorientiertes Düngemittel stehen bereit.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Pressemitteilung, 2011-09-08.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email