26 Juni 2015

Biokunststoffexperten diskutierten Vorteile, Hürden und Chancen der Europäischen Bioökonomie in Wien

European Bioplastics und Österreichischen Energieagentur luden zum Fachseminar nach Wien ein

Wien/Berlin, 11. Juni 2015 – Am Montag, den 8. Juni 2015 lud European Bioplastics gemeinsam mit der Österreichischen Energieagentur über 75 Vordenker und Experten aus dem Bereich der Bioökonomie zu einem Fachseminar nach Wien ein. Die Teilnehmer diskutierten über Initiativen im Bereich der biobasierten Wirtschaft die derzeit in Österreich, den Niederlanden sowie auf EU-Ebene erfolgreich vorangetrieben und umgesetzt werden. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die vielversprechende Biokunststoffbranche gelegt. Unternehmen stellten innovative Anwendungen für Biokunststoffe und ihre Vision für eine resourceneffiziente Bioökonomie in Europa vor. Unterstützt wurde die Fachveranstaltung von der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Wien.

In seiner Eröffnungsrede hob Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die Bedeutung der Bioökonomie hervor: “Österreich kämpft gegen den Klimawandel und hat sich dem Wandel von einer fossil-basierten Wirtschaft hin zu einer auf erneuerbaren Ressourcen aufbauenden Wirtschaft verschrieben. Im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, sind wir verantwortlich für die Klimaschutzinitiative klimaaktiv. Das klimaaktiv-Programm “nawaro markt” unterstützt klimafreundliche Technologien und die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen. Der entsprechende “Aktionsplan für die stoffliche Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen” spiegelt die zunehmende Bedeutung und das Potenzial der Bioökonomie und insbesondere der Biokunststoffe wider.”

Der Vormittag der Veranstaltung war den gesetzlichen Entwicklungen in Europa und vor allem den Gesetzesinitiativen in Österreich und den Niederlanden gewidmet. Karin Weustink, stellv. Direktorin Biobased Economy im Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation der Niederlande, stellte die Bemühungen der niederländischen Regierung vor, einen gesetzlichen Rahmen für die Bioökonomie zu schaffen. Die Initiative der “Green Deal” Nachhaltigkeitszertifikate wurde dabei als ein erfolgreiches Instrument zur Förderung der Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen, zum Beispiel bei der Produktion von Kunststoffen, hervorgehoben. Weustink sendete zudem ein klares Signal an die Gesetzgeber in der EU: “Europa muss mehr tun, um die Bioökonomie voranzutreiben und zu stärken, wenn wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben wollen. Wir brauchen einen gesetzlichen Rahmen, der gleiche Wettbewerbsbedingungen für biobasierten Chemie und Produkte schafft und somit Investitionen in biobasierte Forschung und Produktion in Europa sichert.”

Gerhard Mannsberger, Sektionsleiter Forstwirtschaft des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, betonte  die Notwendigkeit einer harmonisierten EU-Politik zur Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen aus nachhaltiger Produktion. “Der bewusste Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist ein Grundpfeiler der österreichischen Bioökonomie. Unsere Land- und Forstwirtschaft liefert nachhaltige, erneuerbare Rohstoffe für hochwertige, biobasierte Anwendungen und trägt gleichzeitig zur Stärkung und wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raumes in Österreich bei.”

Während einer Podiumsdiskussion zu den Vorteilen, Hürden und Chancen der Bioökonomie in Europa bekräftigten die Teilnehmer nochmals das außerordentliche Potential der Bioökonomie und vor allem der Biokunststoffbranche, welches sich in zahlreichen Forschungsprojekten, ersten Produktionsanlagen und innovativen Produkt- und Anwendungsentwicklungen zeigt. Damit all diese Projekte ihr volles Potenzial ausschöpfen und eine vollständige Marktdurchdringung erreichen können, bedarf es – so  forderten die Teilnehmer – eines unterstützenden gesetzlichen Rahmens und entsprechender marktpolitischer Maßnahmen die unter anderem Chancengleichheit unter den Bioindustrien bewirken, gleichberechtigten und kontinuierlichen Zugang zu erneuerbaren Rohstoffen ermöglichen und auf allgemein anerkannten Begriffen und Standards aufbauen.

Der Nachmittag des Fachseminars drehte sich um Materialien und Produkte aus Biokunststoffen.  Dabei wurden vor allem die technischen Eigenschaften, Umweltvorteile und neue Designtrends vorgestellt und diskutiert. Hasso von Pogrell, Geschäftsführer von European Bioplastics, fasste das erfolgreiche Seminar und die gute Netzwerkgelegenheit in Wien zusammen und richtete sich nochmals eindringlich an Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene: “Um unsere Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen, müssen wir ihre Wirkung auf die Umwelt drastisch reduzieren.  Die vieldiskutierte Vision einer effizienteren Verwendung erneuerbarer Rohstoffe durch Kaskadennutzung und geschlossene Produktionskreisläufe durch verbessertes Recycling müssen daher endlich Realität werden. Dafür benötigen wir klare Rahmenbedingungen, um die biobasierte Industrie erfolgreich auf dem Markt zu etablieren.“

 

 

Über European Bioplastics:

European Bioplastics ist die Interessenvertretung der europäischen Biokunststoffindustrie. Zu ihren Mitgliedern zählen Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette. Die Mitglieder produzieren, verarbeiten und vertreiben Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, biologisch abbaubar sind oder beide Eigenschaften in sich vereinen.

Über die Österreichische Energieagentur:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energie. Neue Technologien, Erneuerbare Energie und Energieeffizienz sind die thematischen Schwerpunkte unserer wissenschaftlichen Tätigkeit. Als unabhängiger Think Tank managen wir Wissen und erarbeiten Entscheidungsgrundlagen und Umsetzungsvorschläge zu energierelevanten Themen.

Source: European Bioplastics e.V., Pressemitteilung, 2015-06-11.

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