19 September 2007

Biokunststoff ersetzt Polyesteranteil in Hanfdämmstoff

Industrie und Forschung entwickelten komplett biogenen Wärmedämmstoff

Dem Fraunhofer ICT in Pfinztal ist es in Zusammenarbeit mit Industrie und Forschungspartnern gelungen, einen vollständig biogenen Wärmedämmstoff für den Baubereich zu entwickeln.

Biogene_Warmedammstoffe_ICT.jpgEin aus drei kleinen und mittelständischen Unternehmen und zwei Forschungspartnern bestehendes Konsortium (Hock GmbH & Co. KG, NAPRO GmbH & Co. KG, BAFA GmbH, Lehrstuhl für Bauphysik (LBP der Universität Stuttgart, Fraunhofer ICT) führte unter der Leitung des Fraunhofer ICT ein zweijähriges, durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Vorhaben mit dem Titel “Entwicklung eines vollständig biogenen Wärmedämmstoffes” durch. Primäres Ziel des Vorhabens war die Substitution der synthetischen Stützfaser durch eine biogene und biologisch abbaubare Komponente.

Dieses Ziel wurde erreicht: Bei herkömmlichen Hanfdämmmatten wie sie seit Jahren auf dem Markt sind, halten synthetische Polyesterfasern die Hanffasern zusammen. Innerhalb dieses Vorhabens wurde mit verschiedenen bioabbaubaren Fasern als Stützfasern experimentiert, um die Polyesterfasern zu ersetzen.

Als am besten geeignet erwies sich eine aus Maisstärke gewonnene PLA-Faser (Polymilchsäure). Das neue Dämmmaterial ist nun vollständig biogenen Ursprungs und gleichzeitig biologisch abbaubar. Die bauphysikalischen Eigenschaften kommen nahe an die von herkömmlichen Materialien heran. Das Naturprodukt weist eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf und dämmt daher gut. Zudem nimmt es Feuchtigkeit leicht auf und gibt sie auch gut wieder ab, was Bauschäden vorbeugt und das Wohnklima positiv beeinflusst. Auch die Brandschutzanforderungen sind erfüllt.

Im Rahmen eines Workshops am 16. Oktober 2007 in Osnabrück werden nun die Ergebnisse dieses Vorhabens vorgestellt und diskutiert.

Pressemitteilung als pdf-Dokument

Kontakt
Darius Primus
Fraunhofer ICT
76327 Pfinztal-Berghausen
Tel. 0721-46 40-422
E-Mail: darius.primus@ict.fraunhofer.de

(Vgl. Meldungen vom 2007-03-29 und 2005-12-02.)

Source: Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (Fraunhofer ICT), Pressemitteilung, 2007-09-18.

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