26 Mai 2006

Biokraftstoffe weiter auf Förderung angewiesen

Die steuerlichen Vorteile für Pflanzenöltreibstoffe dürfen nicht abgebaut werden. Diese Forderung des Landvolks Niedersachsen hat Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender des Landvolk-Ausschusses für regenerative Energien, bei der Eröffnung der landwirtschaftlichen Energiefachmesse “Energie und Natur” in Hildesheim bekräftigt.

Hirschfeld betonte, dass die Biotreibstoffe derzeit in der Phase der Markteinführung seien. “Wir brauchen die Steuerbegünstigung, um die Sache anzuschieben”, sagte Hirschfeld. Mehr Unterstützung brauche auch der Biogasbereich, insbesondere Landkreise und Kommunen seien gefordert.

Wachsenden Widerständen der Bevölkerung bei der Standortsuche müsse vermehrte Aufklärung entgegen gesetzt werden. Schließlich appellierte Hirschfeld an Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander, die Zulassung von Getreide als Regelbrennstoff umgehend umzusetzen. Dies müsse auch für Rapskuchen gelten, der ebenfalls ein hervorragender Brennstoff sei.

Sander teilte Hirschfelds Befürchtungen, dass die Besteuerung von Pflanzenöltreibstoffen der Markteinführung entgegen wirke und warnte, dass Produktions- und Verarbeitungsbetriebe in existenzielle Bedrängnis geraten könnten. Die Fortsetzung der Steuerbegünstigung sei auch eine Frage der Verlässlichkeit der Politik.

Die Zulassung von Getreide als Brennstoff machte Sander aber von der Lösung der Emissionsprobleme abhängig und wies auf die hohe Feinstaubbelastung bei der Verbrennung von Biomasse hin. Es könne nicht angehen, die Grenzwerte heraufzusetzen. Vielmehr müsse die Technik soweit verbessert werden, dass die Grenzwerte eingehalten würden.

Insgesamt bescheinigte Sander ebenso wie Dr. Steffen Beerbaum aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium der Energie aus Biomasse ein erhebliches Potenzial. Sie müsse zur Energieversorgung künftig einen stärkeren Beitrag leisten, dabei werde es aber zunehmend zur Flächenkonkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion kommen.

Die Bilanz der nunmehr zum dritten Mal durchgeführten Energiemesse auf dem Hildesheimer Deula-Gelände fiel überaus positiv aus. Während sich die Ausstellerzahl bei gut 200 eingependelt hat, stieg die Besucherzahl gegen den allgemeinen Trend um ungefähr zehn Prozent auf knapp 14.900. Auch die Tagungen und Workshops im Rahmenprogramm wurden sehr gut angenommen.

Flaggschiff der Messe war der Biogasbereich mit allein ungefähr 40 Ausstellern, dieses Segment soll im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden. Die Ausstellungsfläche ist mittlerweile so gewachsen, dass die parallel durchgeführte Hildesheimer Bau- und Handwerksausstellung ein eigenes Zelt bekommen hatte.

Source: Landvolk Niedersachsen vom 2006-05-25.

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