15 Februar 2006

Biokraftstoffe: Miller begrüßt EU-Strategie

Einsatz von Holz für die Gewinnung von Biokraftstoffen ist Vergeudung

Landwirtschaftsminister Josef Miller begrüßt die Absicht der EU-Kommission, die derzeit geltenden Beimischungsgrenzwerte für Biodiesel und Ethanol von fünf Volumenprozent zu erhöhen.

Höhere Beimischungsanteile sind nach seiner Auffassung technisch möglich. Sie würden der heimischen Wirtschaft beträchtliche zusätzliche Wertschöpfungspotenziale erbringen, fossile Rohstoffe schonen und Treibhausgas-Emissionen vermindern helfen. Die jetzt von der EU-Kommission vorgelegte Strategie für Biokraftstoffe ist nach seinen Worten ein weiterer Beweis dafür, dass Bayern mit seiner Politik zu Nachwachsenden Rohstoffen richtig liegt.

Bei Biodiesel habe der Freistaat bereits vor mehr als sieben Jahren Pionierarbeit geleistet und den Aufbau einer Produktionskapazität von 75 000 Tonnen in Ochsenfurt auf den Weg gebracht. Zwischenzeitlich würden 100.000 Tonnen Biodiesel einschließlich Rapsöl produziert. Geplant oder bereits in Bau seien in Bayern Produktionskapazitäten von 600.000 Tonnen.

Deutliche Kritik übte Miller allerdings an der Absicht, Forstmaterial für die Gewinnung von Biokraftstoffen, insbesondere der zweiten Generation (Biomass-to-Liquid) verwenden zu wollen. Nach seinen Worten ist Holz der ideale Brennstoff zur Wärmeerzeugung. Vorrangiges Ziel müsse es sein, durch den Einsatz von Holz als Wärmeenergieträger Heizöl aus der einfachen Wärmeanwendung zu verdrängen und als Dieselkraftstoff für den Verkehr verfügbar zu machen.

“Wer aus Holz über technologisch aufwändige Verfahren mit beträchtlichen Wirkungsgradabschlägen flüssige Kraftstoffe macht, vergeudet Ressourcen”, warnte Miller. Die Technologie sollte dennoch entwickelt werden: Damit könnten andere ligno-zellulosehaltige Biomassen, etwa Landschaftspflegematerial oder Getreidestroh, die sich für die Verbrennung schlecht eignen, energetisch verwertet werden.

(Vgl. Meldung vom 2006-01-25.)

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2006-02-15.

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