17 Dezember 2009

Biokraftstoffe: Forschen-Bewerten-Sachgerecht diskutieren

Effizienz steigern und Biokraftstoffe sinnvoll nutzen

Im Rahmen der Klima-Konferenz von Kopenhagen und den Diskussionen um die Reduktion von CO2-Emissionen muss auch Deutschland sein Säckele zu Weihnachten schnüren. Die Sachzwänge zum Strukturwandel sind geklärt: Endlichkeit der weltweiten Versorgung mit fossilen Energien sowie die Klimaerwärmung mit erheblichen Auswirkungen auf alle bewirtschafteten Systeme. Auch die zukünftige Form der Mobilität muss diesem notwendigen Strukturwandel Rechnung tragen. Derzeitige mobilitätsregulierende Maßnahmen laufen dem überproportionalen Wachstum an Verkehr allerdings hinterher. Einen sinnvollen Beitrag leisten die Biokraftstoffe, die schon heute Treibhausgasemissionen reduzieren, die Energiequellen im Verkehrssektor diversifizieren und die Wirtschaft auf Alternativen im Verkehrssektor vorbereiten.

Das mitgliederstärkste und interdisziplinäre Forschungsnetzwerk in der Bioenergie-Forschung (ForNeBiK) hat hierzu in einem umfassenden Papier Stellung bezogen. Gemeinsam und abgestimmt kommen 35 Forschungseinrichtungen der Hochschulen sowie der Bundes- und Landesforschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu dem Ergebnis, dass Biokraftstoffe sowohl sozial- und umweltverträglich produziert als auch effizient genutzt werden können. Die sinnvolle und auf bestimmte Anwendungen orientierte Verwendung der Biokraftstoffe ist hierbei eine Kernforderung der Forschungseinrichtungen. Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis, dass kurz- bis mittelfristig auch weiterhin Verbrennungsmotoren im Mobilitätssektor dominieren werden, die auf flüssige oder gasförmige Energieträger angewiesen sind. Die Experten der Forschungseinrichtungen empfehlen, sich möglichst auf einige, wenige, zukunftsträchtige Varianten von Reinkraftstoffen und/oder Beimischungen zu konzentrieren.

Festzustellen ist aus der Sicht der Forschungseinrichtungen, dass nach wie vor die langfristig verlässlichen politischen Rahmenbedingungen zur Ausrichtung zukunftsweisender Forschung im Biokraftstoffbereich zur gezielten Marktintegration fehlen. Bereits erreichte Beiträge zum Klimaschutz sind durch die geänderten politischen Rahmenbedingungen leichtfertig verspielt worden. Gestützt allein auf eine vermeintlich wissenschaftliche Unsicherheit im Bereich der Biokraftstoff-Forschung, wurden hauptsächlich nach Außen getragene fiskalpolitische und privatwirtschaftliche Partikularinteressen vertreten.

Die Ausschöpfung der Effizienzpotenziale im Straßenverkehr ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Erreichen hoher Anteile alternativer Kraftstoffe am Gesamtkraftstoffbedarf, wie auch für die Erreichung der Klimaschutzziele wie sie in Kopenhagen diskutiert werden. Wesentliche Voraussetzungen und damit wichtige Herausforderungen der Zukunft werden eine radikale Energieeinsparung in allen Bereichen sowie die Steigerung der Effizienz sowohl bei fossilen wie bei erneuerbaren Energiesystemen sein.

Voraussetzungen für eine nachhaltige Nutzung der Biokraftstoffe sind eine interdisziplinäre, kontinuierliche, abgestimmte und koordinierte Forschung und Bewertung in allen wesentlichen Bereichen der Biokraftstoff-Forschung.

Weitere Informationen
Das Positionspapier “Forschen–Bewerten-Sachgerecht diskutieren”steht im Internet unter www.fornebik.bayern.de zum Download zur Verfügung.

Source: ForschungsNetzwerk Biogene Kraftstoffe (ForNeBiK), Pressemitteilung, 2009-12-15.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email