1 Juni 2006

Biokraftstoffbranche legt Milliarden-Investitionen auf Eis

Volle Besteuerung von Biodiesel ab 2010 wird Branche schwer treffen, ohne den Staatshaushalt zu entlasten

Die aktuellen Pläne der Finanzpolitiker von SPD und CDU/CSU bedrohen die Zukunft des Biokraftstoffstandortes Deutschland. Diese Befürchtung äußert der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB&.

VDB-Geschäftsführerin Petra Sprick: “Mit der vollen Besteuerung von Biodiesel ab 2010 werden notwendige Investitionen in Höhe von etwa 1 Milliarde Euro auf Eis gelegt. Die Bundesregierung trägt damit eine aufstrebende Zukunftsbranche zu Grabe, ohne Mehreinnahmen für die öffentlichen Haushalte zu erzielen.”

Eine jüngst vom Münchner Ifo-Institut veröffentlichte Studie bestätigt, dass die derzeitige Steuerbegünstigung von Biodiesel dem Steuerzahler nicht zur Last fällt. Den entgangenen Mineralölsteuern stehen wesentlich höhere Einnahmen durch Steuern, Abgaben und Beiträge für die Sozialkassen gegenüber. Die Wirtschaftsforscher haben für 2005 Rückflüsse von 114 Prozent errechnet. Hierbei wurde die gesamte Wertschöpfungskette vom Rapsanbau bis zum Abnehmer von Biodiesel betrachtet.

Die regionalen Wirtschaftskreisläufe werden aus Sicht des VDB ohne Not geopfert. Obwohl zukünftig in herkömmlichem Diesel Biokraftstoffe zu mindestens 4,4 Prozent enthalten sein müssen, würde der Biodieselmarkt einbrechen. Denn ohne steuerliche Begünstigung sei reiner Biodiesel als zentraler Absatzmotor ab 2010 nicht mehr konkurrenzfähig. Während dessen Grundstoff in erster Linie Raps ist, würden für die Beimischung verstärkt Palm- und Sojaöle zum Einsatz kommen.

Petra Sprick: “Hält die Bundesregierung an ihrer Position fest, wird Biodiesel von gelben Feldern aus Deutschland in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Die Wertschöpfung wird damit nicht mehr von hiesigen Mittelständlern erbracht.”

Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin

Dr. Karin Retzlaff
Stellv. Geschäftsführerin
Tel. 030/72 62 59-10
Fax 030/72 62 59-19
E-Mail: retzlaff@biokraftstoffverband.de

Source: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. vom 2006-06-01.

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