25 Februar 2004

Biokleber Schneckenschleim: Proteine verwandeln Flüssiges in Haftgel!

Eine Art Zwei-Komponenten-Kleber hält Schnecken an glatten Oberflächen – sie können ihren Gleitfilm mit speziellen Proteinen in ein effektives Haft-Gel verwandeln, das sowohl an trockenen als auch an feuchten Flächen gleichermaßen fest klebt. Dieses Vorbild könnte künftig die Basis für die Entwicklung neuer, vielseitigerer Klebstoffe darstellen, wie Forscher Andy Smith und sein Team von der Cornell-Universität in Ithaca (USA) in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Biology fest stellen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die von den Schnecken produzierten “Klebeproteine” ihren im Normalfall flüssigen Gleitschutz spontan zu einem stabilen Gel verfestigen können, wobei vermutlich Zuckermoleküle zu einem festen Netzwerk verknüpft werden. Der hohe Wassergehalt und die hohe Flexibilität solcher Gele ist für die Forscher besonders interessant, da künstliche Kleber ansonsten fast ausschließlich aus festen Stoffen bestehen. Auch die Feuchtigkeitshaftung fasziniert, die von den Mollusken über die Zugabe einer Art von körpereigenen Tensiden die Oberflächenspannung ihres Haftfilms verringert und so eine optimale Verteilung des Gels ermöglicht.

Die Proteine zur Zuckerverfestigung lassen sich aber auch zur Verbindung anderer Biopolymere einsetzen, entdeckten die Forscher. So konnten aus Agar- oder Pektinlösungen Gele produziert werden, die sich deutlich fester verhielten als beispielsweise die üblichen Marmeladenverdicker.

Weitere Untersuchungen sollen nun die Eigenschaften der Klebeproteine genauer definieren, um die Ergebnisse möglicherweise zur Entwicklung innovativer, flexibler Klebstoffe verwenden zu können.

Source: www.wissenschaft.de vom 2004-02-24.

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