10 Februar 2006

Biogaskraftwerke verhindern Engpässe in der Gasversorgung

Neubau von konventionellen Gaskraftwerken überflüssig

Um die Gasversorgung zu sichern, sollte Deutschland beim anstehenden Umbau des Kraftwerksparks auf Biogas-Kraftwerke setzen. Diese Ansicht vertritt Markus Ott, Sprecher des Fachverbandes Biogas in Freising.

“Wir können mit der Biogastechnologie dafür sorgen, dass Erdgas-Engpässe wie der aktuelle von E.On-Ruhrgas nicht mehr vorkommen”, sagte Ott gegenüber der Informationskampagne für Erneuerbare Energien in Berlin.

Nach Angaben der Elektrizitätswirtschaft sind bis 2012 konventionelle Erdgaskraftwerke mit einer Leistung von 7.000 Megawatt geplant. “Großteile dieser Leistung könnten beim gegenwärtigen Boom der Biogas-Branche jedoch in fünf bis zehn Jahren auch von Biogaskraftwerken bereit gestellt werden. Und Biogas wird dann deutlich günstiger sein als Erdgas”, sagte Ott.

Denn während die meisten Experten steigende Erdgas-Preise erwarten, sind die Preise für Biogas seit Jahren stabil. Die Biogaskraftwerke würden die deutschen Verbraucher deshalb auch vor steigenden Preisen an den internationalen Erdgasmärkten schützen.

Nach Berechnungen des Fachverbandes Biogas sind etwa 2.200 Biogasanlagen mit einer Spitzenleistung von jeweils 3,2 Megawatt nötig, um sämtliche Neubauten von Gaskraftwerken überflüssig zu machen. “Diese Größenordnung ist absolut zu erreichen. Fast 700 Anlagen wurden deutschlandweit alleine im Jahr 2005 neu gebaut, in diesem Jahr rechnen wir mit ungefähr 1.000 Neubauten”, sagte Ott.

Angesichts dessen warnt der Verbandssprecher vor falschen energiepolitischen Weichenstellungen: “Jetzt müssen die Entscheidungen fallen, ob mit neuen Großkraftwerken negative Tatsachen gebaut werden, oder man Spitzenlaststrom künftig kostengünstig und dezentral aus Biogas erzeugt.”

Source: erneuerbare energien Kommunikations- und Informationsservice GmbH vom 2006-02-09.

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