11 Oktober 2005

Biogasanlagen mit Substratmix wirtschaftlich optimal steuern

Die Verwendung von Mais in Biogasanlagen gewinnt immer mehr an Bedeutung, seitdem das Erneuerbare-Energien-Gesetz die wirtschaftliche Basis für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in der Energieerzeugung deutlich verbessert hat. Dr. Gerd Reinhold und Dr. Joachim Degner von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena berichten in einer Veröffentlichung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK), dass mittlerweile in 81 Prozent aller Biogasanlagen Thüringens Maissilage eingesetzt wird. Die Autoren stellen allerdings fest, dass der alleinige Einsatz von Maissilage als Ko-Substrat sowohl verfahrenstechnisch als auch betriebswirtschaftlich zu überprüfen sei. Aufgrund ihrer Untersuchungen empfehlen sie eine betriebsspezifische Zusammenstellung eines Substratmixes aus unterschiedlichen Substraten.

Durch den Einsatz mehrerer Ko-Substrate sei es möglich, Ertragsunterschiede auszugleichen und eine bessere Technikauslastung im landwirtschaftlichen Betrieb zu erreichen. Da Ganzpflanzensilage und Maissilage ähnliche Vollkosten aufweisen würden, führe eine Aufteilung auch zu arbeitswirtschaftlichen Vorteilen. Arbeitsspitzen beispielsweise bei der Maisernte könnten auf diese Weise gebrochen werden. Gleichzeitig gewinnen die Betriebe Planungssicherheit. Sie können zum Zeitpunkt der Maisernte entsprechend dem Bedarf entscheiden, wieviel Mais sie für die Grundfutterversorgung und die Biogaserzeugung benötigen und welche Menge sie als Körnermais ernten können.

Bei der Wahl der Ko-Substrate sind die betrieblichen Herstellungskosten in Relation zur Trockenmasse ausschlaggebend. Grundsätzlich eignen sich nach Angaben von Reinhold und Degner zahlreiche und auch sehr unterschiedliche Feldfrüchte für die Biogaserzeugung. Aufgrund des unterschiedlichen Trockensubstanzgehaltes gebe es jedoch enorme verfahrenstechnische Unterschiede. So werde mit der Maissilage dem Prozess aufgrund desrelativ geringen Trockensubstanzgehaltes beispielsweise viel Wasser zugeführt. Beim Einsatz von Substraten mit höheren Trockensubstanzgehalten müsse dagegen häufig zusätzlich Flüssigkeit zugeführt werden.

Daneben ist auch die fruchartspezifische Methanbildung für die Wahl des Ko-Substrates entscheidend. Im Mittel ist ein Methanertrag von 300 bis 400 m3/kg organischer Trockensubstanz zu erwarten. Die fruchtartspezifischen Unterschiede würden jedoch durch Standortfaktoren, Sortenwahl, Erntezeitpunkt und prozessbiologische Faktoren überdeckt. Damit wird deutlich, dass der Flächenertrag sowie die Herstellungs- und Konservierungskosten einen wesentlichen Einfluss auf die Einsatzwürdigkeit der Feldfürchte haben. Für den Mais bedeutet dies, dass die Anforderungen an die Maissilage zur Energieerzeugung sich nicht von den Ansprüchen an die Maissilage zur Futternutzung unterscheiden.

Source: DMK vom 2005-09-29.

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