4 November 2003

Biogas –Seminar in AURICH stieß auf großes Interesse bei Landwirten und Kommunen

Selbst nach dem Umzug vom Kreishaus in die Auricher Stadthalle platzte der Saal mit über 200 Teilnehmern beim Biogas-Seminar am 30.10.2003 aus allen Nähten. Der überaus gute Zuspruch von Landwirten, Firmen, Beratern und Kommunen erfreute die Veranstalter. Das RIS-Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe (NaRo.Net) hatte gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Weser-Ems und dem Landkreis Aurich die Veranstaltung in Aurich vorbereitet. Hierbei wurde der Informationsschwerpunkt auf landwirtschaftliche Anlagen mit Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) gelegt.

Landrat_TheuerkaufLandrat Theuerkauf wies in seinen Begrüssungsworten auf die große Bedeutung der RIS-Initative und auf die hieraus entstandenen RIS-Kompetenzzentren hin. Von einander lernen und sich gemeinsam weiterentwickeln, sei das Hauptziel der Regionale Innovationsstrategie für Weser-Ems. Diesem Ziel diene auch das Auricher Biogasseminar. Während Weser-Ems im Bereich Windenergie eine Vorreiterrolle eingenommen hat, befinden sich von den etwa 300 Biogasanlagen in Niedersachsen erst rund 90 im Weser-Ems Gebiet. Biogas kann in Zukunft zu einer wichtigen Säule beim ökologischen Bioenergiemix werden.

Unter der Moderation des NaRo.Net-Beiratsvorsitzenden Prof. Dr. Reiner Lohmüller von der Fachhochschule, Emden, Wilhelmshaven, Oldenburg erhielten die interessierten Zuhörer Informationen rund um den Bereich Biogas.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurde über die technischen Grundlagen der Biogaserzeugung und die Vorraussetzungen für Finanzierung, Planung und Genehmigung einer Biogasanlage berichtet. Dipl.-Ing. Christoph Gers-Grapperhaus von der Landwirtschaftskammer Weser-Ems erläuterte das komplexe und technisch anspruchsvolle Biogasverfahren, das einiges an Fachwissen von den Betreibern abverlange. Allein die Führung der Bakterien, Vorraussetzung für die Vergärung der Biomasse, erfordere Erfahrung und sehr viel Fingerspitzengefühl.

Über aktuelle Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Biogasanlagen informierte Herr Geveke von der Oldenburgischen Landesbank. So ist z.B. eine Förderung über die KfW -Mittel und das landwirtschaftliche AFP-Programm möglich. Als gute Chance für ehrgeizige Unternehmer bewertete der Referent den Einstieg in die Biogaserzeugung.

Über das umfangreiche Genehmigungsverfahren und die rechtlichen Grundlagen berichtete Herr Gohlke vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt in Emden. Der direkte Kontakt zur Fachbehörde möglichst bereits bei Planungsbeginn sei entscheidend wichtig, um Fehler zu vermeiden.

Im zweiten Teil berichteten Landwirte über Ihre Erfahrungen als Anlagebetreiber. Gert Hespe-Meyer von der Dünstruper Biogas GmbH. und der Geschäftsführer des emsländischen Landvolkes Herr Dipl.-Ing. Georg Kruse stellen unterschiedliche Umsetzungskonzepte für Gemeinschaftsanlagen vor. Beide stellten heraus, dass vor allem die Anfangsphase schwierig und der Erfahrungsaustausch mit anderen Anlagenbetreibern unerlässlich ist. Biogasanlagen sind “Hochleistungskühe”, die einen fachgerechten Umgang und eine rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen, war das Fazit der erfahrenen Praktiker.

Dr. Matthias Benke (LWK Weser-Ems) stellte anschließend die Möglichkeiten und erste Züchtungsergebnisse im speziellen Energiepflanzenanbau vor. Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer (NaRo.Net) informierte über geplante Qualifizierungsmaßnahmen für Biogasanlagenbetreiber, die im Rahmen eines Landesprojektes zusammen mit den Landwirtschaftskammern und der Ländlichen Erwachsenenbildung erarbeitet werden.

Zwischendurch konnten die Teilnehmer an den im Foyer der Stadthalle aufgebauten Informationsständen mit Biogasanlagenherstellern, Planern und Finanzberatern diskutieren.

Die Vorträge können demnächst hier herunter geladen werden.

Source: Pressemitteilung des Naro.Net vom 2003-11-03.

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