17 Mai 2006

Biogas im Öko-Betrieb: Ist die Produktion wirtschaftlich?

Angesichts immer knapper werdender fossiler Energiequellen und damit verbundenen stetigen Preissteigerungen überlegen auch vermehrt Bio-Landwirte, in die Produktion von Biogas einzusteigen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt Planungssicherheit bei den zu erzielenden Strompreisen. Dennoch gilt es genau zu kalkulieren, ob sich die hohen Investitionen wirklich auszahlen.

In seinem Vortrag anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Fachbereichs Ökologischer Landbau der Universität Kassel beleuchtete Professor Detlev Möller in einer Modellrechnung die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Unternehmergewinn bei der Produktion von Biogas.

Sein angenommener Modellbetrieb produziert auf 60 Hektar Ackerland und 60 Hektar Grünland Gärsubstrat für eine Biogasanlage mit 200 Kilowatt elektrischer Leistung. Außerdem wird die Anlage mit Mist und Gülle beschickt.

In der Ausgangsvariante entstehen für die Anlage jährliche Kosten von 114.000 Euro. Hinzu kommen 80.000 Euro für die Rohstoffproduktion. Bei einem Erlös von 213.000 Euro erzielt der Landwirt einen Jahresgewinn von 19.000 Euro. Durch eine Verbesserung des elektrischen Wirkungsgrads um ein Prozent steigt der Gewinn auf 25.000 Euro, bei einer Erhöhung der Gasausbeute um fünf Prozent auf 28.000 Euro.

Steigt der Arbeitszeitbedarf für den Anlagenbetrieb von täglich zweieinhalb auf vier Stunden, verdient der Betrieb nur noch 11.000 Euro. Fällt die Prämie für den Ökologischen Landbau weg, entstehen nach der Modellrechnung sogar Verluste.

Ganz entscheidend für den Erfolg der Biogasproduktion ist eine effektive Wärmenutzung. Die in der Planung einer Anlage angesetzten Kosten für Pachtland und die Rohstoffproduktion sollten über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren niedrig sein.

Um den Betriebszweig Biogasproduktion reibungslos in den Gesamtbetrieb einzubinden, ist eine gute Betriebsorganisation erforderlich. Landwirte, die bereits voll ausgelastet sind, sollten besser auf eine Biogasanlage verzichten. Sie lässt sich nicht nebenher betreiben, sondern erfordert eine intensive Betreuung.

Die Forschung sollte sich aus Sicht von Möller intensiv mit der Monetarisierung innerbetrieblicher Leistungen bei der Biogasherstellung befassen.

Source: aid Presseinfo 20/06 vom 2006-05-17.

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