9 März 2010

Biogas: Eine Chance für die Landwirtschaft!

Fachverband Biogas: 5.000-Anlagen-Marke werden dieses Jahr in Deutschland überschritten

Gerade für die Landwirtschaft bietet die energetische Nutzung von Biogas eine gute Alternative. Über 90 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland werden auf Basis landwirtschaftlicher Substrate betrieben.

Die Biogas-Branche startet zuversichtlich in das Jahr 2010. Nachdem im vergangenen Jahr mit rund 500 Neuanlagen erstmals seit 2006 wieder ein Aufwärtstrend im Anlagenbau festzustellen war, geht der Fachverband Biogas e.V. davon aus, dass in diesem Jahr die 5.000-Anlagen-Marke in Deutschland überschritten wird. Mit einer Gesamtleistung von rund 1.650 Megawatt decken die derzeit existierenden 4.500 Biogasanlagen den jährlichen Strombedarf von 3,8 Millionen durchschnittlichen Haushalten.

Damit reduzieren die Biokraftwerke den CO2-Ausstoß um mehr als neun Millionen Tonnen jährlich – und tragen erheblich zum Klimaschutz und dem in Kopenhagen festgeschriebenen Ziel zur Reduzierung des Temperaturanstiegs auf maximal zwei Grad bei. Das bei der Strom- und Wärmeproduktion in der Biogasanlage freigesetzte Kohlendioxid wurde vorher von den Energiepflanzen gebunden damit ist der Prozess weitgehend CO2-neutral.

Gerade für die Landwirtschaft bietet die energetische Nutzung von Biogas eine gute Alternative. Über 90 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland werden auf Basis landwirtschaftlicher Substrate betrieben. Hierzu zählen neben Energiepflanzen und Gülle zunehmend auch Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion wie Apfeltrester, Bierschlempe oder Speisefette. Die nach der Vergärung im Fermenter anfallenden Gärprodukte können anschließend wieder auf den Feldern ausgebracht werden. Damit schließt die Biogasanlage sowohl energetisch als auch stofflich einen sinnvollen Kreislauf.

Besonders für die derzeit in einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation befindlichen Milchviehbetriebe bietet der Bau einer Biogasanlage in vielen Fällen eine gute Möglichkeit, die landwirtschaftliche Produktion und damit auch das Einkommen zu diversifizieren. Dabei geht es nicht um eine Entscheidung für oder gegen die Produktion von Lebensmitteln – sondern um eine sinnvolle Ergänzung. “In vielen Regionen Deutschlands ist der Energiemais eine echte Bereicherung der Fruchtfolge. So lockert er beispielsweise in Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den Getreide- und Raps betonten Anbau auf”, erklärt der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V., Claudius da Costa Gomez, anlässlich der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Aber auch Gras, Roggen, Sonnenblumen oder Zuckerrüben werden in vielen Biogasanlagen eingesetzt und bereichern die Fruchtfolge auf den Ackerflächen.

Vor allem der im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2009) neu eingeführte Gülle-Bonus, der beim Einsatz von mindestens 30 Prozent Gülle in der Biogasanlage gezahlt wird, hat gerade kleineren Landwirten den Einstieg in die Biogasproduktion erleichtert bzw. erst ermöglicht. Die Vergärung der Gülle im Fermenter dient nicht nur der Energieproduktion – sie vermeidet außerdem das unkontrollierte Entweichen von Methan aus der Güllegrube.

Viele Anwohner von landwirtschaftlichen Biogasanlagen profitieren von dem Bezug erneuerbarer Wärme aus der Biogasanlage und freuen sich über den Preisvorteil gegenüber einer Öl- oder Gasheizung.

© Fachverband Biogas
© Fachverband Biogas


Source: Fachverband Biogas, Pressemitteilung, 2010-01-15.

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