18 Dezember 2008

Biogas als großer Gewinner der EEG-Novelle

Emnid-Umfrage unter 120 Experten

Die Gewichte im Markt der Erneuerbaren Energien werden 2009 neu verteilt. Biogas wird der große Gewinner der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). So lautet das Ergebnis einer Befragung von 120 Energie-Experten bei Versorgungsunternehmen, Biogasanlagenbauern sowie -anbietern durch BDO Deutsche Warentreuhand AG, umgesetzt von TNS Emnid. Die Novelle, die zum Jahreswechsel 2008/09 in Kraft treten wird, soll den Anteil regenerativer Energien bis 2020 auf 25 Prozent bis 30 Prozent erhöhen. Durch das EEG werden neben Biogas unter anderem auch Wasserkraft, Geothermie, Wind- und Sonnenenergie gefördert.

Über die Hälfte der Experten (54 Prozent) geht davon aus, dass Biogas am stärksten von der Gesetzesnovelle profitieren wird. Damit liegt das Gasgemisch deutlich vor Windenergie (14 Prozent), Solarenergie (12 Prozent) und Wasserkraft (2 Prozent). Vor allem für kleinere, regionale Biogas-Anbieter sehen 58 Prozent der Befragten im überarbeiteten Gesetz Chancen. Für Anlagenbauer erwarten die befragten Energie-Experten in den kommenden Jahren dementsprechend auch die größten Erlöse bei Kleinanlagen bis 150 kwel für landwirtschaftliche Betriebe.

Nachwachsende Rohstoffe noch immer Haupthemmnis für Biogas
Die Gesetzesnovelle wird aus Sicht der Experten die enge Kopplung der Biogaspreise an die Preise für nachwachsende Rohstoffe nicht lockern können. Gut zwei Drittel vertraten diese Position. Der Bedarf an Rohstoffen wird von den meisten Befragten (67 Prozent) nach wie vor als Haupthemmnis des Biogasmarktes betrachtet. 43 Prozent sehen in der allgemeinen Rentabilität von Biogas ein Problem. 41 Prozent sind außerdem der Meinung, dass die Transportkosten für Rohstoffe eine Belastung sind.

Zu wenig Kommunikationsarbeit für den neuen Energieträger
Biogas hat in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland einen Boom erlebt. Die Zahl der Anlagen hat sich bis 2008 auf rund 4.000 versechsfacht. Trotzdem steht Biogas immer noch im Schatten von Solar- und Windenergie. Dies liegt auch an der komplexen Herstellungstechnik. Sonne und Wind sind in der Kommunikation einfach leichter zu vermitteln als Biogas. Diese wichtige Herausforderung hat die Branche bislang noch zu wenig angenommen. “Das könnte sich ändern, wenn die spannende Technologie durch die EEG-Novelle jetzt einen neuen Schub erhält”, schätzt Andrea Reese, Leiterin des BDO-Branchencenters Energiever- und Entsorgung.

Biogas hat aus der Perspektive der Befragten offenbar auch ein Legitimitätsproblem. Während in Entwicklungsländern Nahrung knapp ist, werden in Industrieländern Lebensmittel wie Mais oder Weizen “verheizt”. 58 Prozent der Befragten halten dies vollständig oder teilweise für ein Legitimationsproblem.

Geteilte Meinung bei der Frage nach Marktfähigkeit von Biogas
68 Prozent der Befragten vertreten die generelle Position, dass der Staat durch gezielte Förderung für ökologische Ausgewogenheit im Energiemix sorgen sollte. Uneins sind die Energie-Experten hingegen bei der konkreten Frage, ob Biogas auch ohne staatliche Subventionen eine Überlebenschance hätte. Während eine Mehrheit von 52 Prozent nicht daran glaubt, gehen immerhin 46 Prozent davon aus, dass sich Biogas auch ohne öffentliche Beihilfen am Markt behaupten könnte.

80 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass es auch nach in Kraft treten der EEG-Novelle mehrere regenerative Energieträger nebeneinander geben wird. Einen Verdrängungswettbewerb, bei dem einzelne Energieträger auf der Strecke bleiben, halten sie für “eher unwahrscheinlich”.

Weitere Informationen
TMS Emnid Der Biogasmarkt nach der EEG-Novelle (PDF-Dokument, Kurzfassung der Studie)

Source: Presseportal, Pressemitteilung der BDO Deutsche Warentreuhand AG, 2008-12-17.

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