17 November 2006

Biogas-Abwärme heizt Natur-Heilwassersee

Deutschlands erster Natur-Heilwassersee in Bad Königshofen, Lkr. Rhön-Grabfeld wird mit der Abwärme einer landwirtschaftlichen Biogasanlage beheizt. Als “Futter” für die Vergärung werden Maissilage von rund 280 Hektar Ackerfläche sowie Getreide und Kleegras verwendet. Der Strom, den die 625 Kilowatt-Biogasanlage produziert, wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Bei der Einweihung der neuen Anlage lobte Landwirtschaftsminister Josef Miller die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme. Sie sei im Sinne einer guten Ausnutzung der eingesetzten Rohstoffe überaus sinnvoll. Die Kombination Heilwassersee und Biogasanlage nannte der Minister beispielhaft und bisher noch nirgends realisiert. Betrieben wird die Biogasanlage von der “Bioenergie Bad Königshofen GmbH & Co. KG”, die aus 37 Landwirten besteht.

Nach den Worten des Ministers spielt in Bayern die Nutzung von Biogas bei der Energieversorgung aus Biomasse eine immer wichtigere Rolle. Biomasse ist vor der Wasserkraft der bedeutendste regenerative Energieträger. Miller verwies in diesem Zusammenhang auf die führende Rolle Bayerns auf dem Sektor Bioenergie. 4,4 Prozent des bayerischen Primärenergieverbrauchs werden bereits aus Biomasse erzeugt. Dadurch werden pro Jahr 2,5 Milliarden Liter Heizöl ersetzt und rund 6,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Mit rund 1.300 landwirtschaftlichen Biogasanlagen, mehr als 260 geförderten Biomasseheizwerken und –heizkraftwerken, 400 Tankstellen mit biogenen Kraftstoffen, einer Produktionskapazität für 155.000 Tonnen Biodiesel sowie für 14.000 Tonnen Pflanzenölkraftstoff in 120 Ölgewinnungsanlagen verfügt Bayern über eine ausgezeichnete Bioenergie-Infrastruktur. Mittelfristig will Miller den Bioenergieanteil am Primärenergieverbrauch auf fünf Prozent steigern.

(Vgl. Meldungen vom 2006-08-09, 2006-08-08 und 2006-10-31.)

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2006-11-17.

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