22 April 2010

Bioethanolwirtschaft korrigiert Aussage des Landvolks

Beimischung bringt Bioethanolmarkt erneut ein deutliches Plus

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB) widerspricht einer Aussages des Landvolkes Niedersachsen, wonach die Nachfrage nach Bioethanol im Jahr 2009 rückläufig gewesen sei.

Nina Ruppert vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft betont, “der Verbrauch von Bioethanol in Deutschland ist 2009 gegenüber 2008 um 44 Prozent gestiegen”. Vor allem die flächendeckende Beimischung habe dem Bioethanolmarkt erneut ein deutliches Plus gebracht. Die Produktion des Biokraftstoffs sei im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent gestiegen. Dies gehe aus einer Analyse von Daten der Bundesanstalt für Ausfuhrkontrolle und der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein durch den Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft BDBe hervor. Für das laufende Jahr erwartet der BDBe eine weitere deutliche Steigerung der Nachfrage in Deutschland und der EU, vermeldet er in seiner Pressemitteilung zur Jahresbilanz 2009.

Bioethanolproduktion weiter auf Wachstumskurs
Die Produktion der deutschen Bioethanolanlagen habe im vergangenen Jahr 591.000 Tonnen betragen. Das seien 133.000 Tonnen oder 29 Prozent mehr als im Jahr 2008. Im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert sei die Verteilung der Bioethanolrohstoffe: Ein Drittel des deutschen Bioethanols wurde aus Zuckerrüben hergestellt, 65 Prozent der Produktion entfielen auf Getreide wie Weizen, Mais oder Roggen. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie fielen mit einem Anteil von unter drei Prozent weiterhin nicht ins Gewicht.

Bioethanolverwendung: E 5 erstmals flächendeckend
Noch stärker als die Produktion sei im Jahr 2009 die Verwendung von Bioethanol gestiegen: 903.000 Tonnen des Biokraftstoffs wurden in Deutschland getankt, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 278.000 Tonnen oder 44 Prozent. Deutlich bemerkbar mache sich der erstmals flächendeckende Einsatz von E 5: 693.000 Tonnen Bioethanol wurden entsprechend der DIN-Norm für Benzin (DIN EN 228) direkt beigemischt. 202.000 Tonnen Bioethanol gingen in die Produktion des Benzinadditivs ETBE.

E 85: stabiler Nischenmarkt
Auf niedrigem Niveau stabil geblieben sei die Verwendung von E 85: An den ca. 280 E 85-Zapfsäulen bundesweit seien 9.000 Tonnen (2008: 8.500 Tonnen) des für FlexiFuel-Fahrzeuge geeigneten Kraftstoffs aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Benzin verkauft worden. Ein stärkeres Wachstum des E 85-Absatzes werde nach der im Jahr 2010 anstehenden Einführung weiterer FlexiFuel-Fahrzeuge erwartet.

Beimischungsmarkt: weitere Wachstumsimpulse für 2010 erwartet
Im Beimischungsmarkt seien laut Bioethanolverband im laufenden Jahr weitere Wachstumsimpulse zu erwarten: Die bevorstehende Einführung von E 10 (Benzin mit zehn Prozent Bioethanol) als zusätzlichem Kraftstoff an deutschen Tankstellen mache einen weiteren Anstieg der Nachfrage nach Bioethanol in Deutschland wahrscheinlich. Erheblich steigen dürfte 2010 auch die Nachfrage in der EU: Viele Länder beginnen erst jetzt mit der durch die EU-Richtlinie Erneuerbare Energien gebotenen Beimischung von Biokraftstoffen.

Source: Agrarheute.com, 2010-04-21.

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