22 September 2009

Bioerdgas und Bio-SNG als Kraftstoff

Neue Studie vergleicht Konversionsrouten

Wie sind die Verfahren zur Herstellung von Biomethan aus Biogas und so genanntem Synthetic Natural Gas (SNG) unter technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten zu bewerten? Und mit welchen Instrumenten lässt sich eine Markteinführung beider Energieträger in den Mobilitätssektor am Besten erreichen? Diese Fragen beantwortet eine jetzt veröffentlichte Studie des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ). Ihre Erstellung wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert.

379_Heede_BEH_BioEnergi009.jpgDas technische Potenzial von Biomethan aus biochemisch erzeugtem Biogas und thermochemisch erzeugtem Bio-SNG sehen die Leipziger Forscher gegenwärtig bei ca. 24 Milliarden Kubikmeter Methan. 2020 könnten es – infolge entsprechend höheren technischen Biomassepotenzials, einer höheren Flächenverfügbarkeit, technischem Fortschritt und demographischem Wandel – ca. 34 Milliarden Kubikmeter Methan sein. Dies entspricht etwa 47 Prozent des für 2020 erwarteten Erdgasverbrauchs.

Das DBFZ kommt zu dem Schluss, dass die Konversionspfade sowohl von Biomethan aus Biogas als auch von Bio-SNG mittelfristig ähnlich effizient sind und insbesondere aufgrund der unterschiedlichen verwendeten Biomassefraktionen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Bei den Biomethangestehungskosten, die zwischen 6,1 und 13,7 EURCent/kWh liegen, gibt es ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Das Treibhausgas-Minderungspotenzial der untersuchten Konzepte liegt in einer Bandbreite von 47 bis 71 Prozent im Vergleich zur fossilen Referenzvorgabe. Besonders positiv schneiden in diesem Zusammenhang vor allem die Konzepte ab, die die Rohstoffe Stroh, Waldrestholz, Holz aus Kurzumtriebsplantagen, Gülle und organische Abfälle einsetzen und möglichst wenig Strom für die Konversionsprozesse nutzen.

Noch steht die Markteinführung von Biomethan als Kraftstoff in Deutschland ganz am Anfang, während Biomethan in anderen EU-Staaten bereits als Kraftstoff genutzt wird. Grundsätzlich ist der breitere Einsatz gasförmiger Biokraftstoffe untrennbar an die stärkere Verbreitung von Erdgasfahrzeugen und deren Infrastruktur gekoppelt. Dementsprechend kommen die Forscher zu dem Schluss, dass ein Ausbau der Biomethannutzung im Verkehrssektor stark von Anreizen zum Ausbau der Erdgasfahrzeugflotte sowie der Besteuerungsstrategie von Kraftstoffen abhängig ist. Sie empfehlen, in der zukünftigen Diskussion zu berücksichtigen, dass Biomethan auf absehbare Zeit die einzige erneuerbare Alternative zu gasförmigen fossilen Kraftstoffen ist.

Die Studie “Erdgassubstitute aus Biomasse für die mobile Anwendung im künftigen Energiesystem” kann unter dem Förderkennzeichen 22031005 in der FNR-Projektdatenbank auf www.fnr.de heruntergeladen werden.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Pressemitteilung, 2008-09-21.

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