27 August 2009

Bioenergiemarkt Deutschland: DBFZ und Öko-Institut blicken in die Zukunft

Verdoppelung der Biomasse-Heizkraftwerke bis 2020, Rückgang bei Pflanzenöl und Biodiesel

Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) und das Öko-Institut haben eine Studie zur mittelfristigen Zukunft des deutschen Bioenergie-Marktes durchgeführt. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien berichtet, prognostiziert die Studie “IEA Bioenergy Task 40: Country Report Germany” prognostiziert bis zum Jahr 2020 eine Zunahme der Biomasse-Heizkraftwerke in Deutschland um nahezu 100%. Auch für den Biogasbereich und die Bioethanolproduktion werden deutliche Zuwächse vorhergesagt. Insgesamt wurden demnach im Jahr 2008 858 PJ Bioenergie verbraucht. Einsatzbereich der Bioenergie sei dabei momentan hauptsächlich die Strom- und Wärmeproduktion.

Im Jahr 2008 waren insgesamt 220 Anlagen installiert, die aus Biomasse Strom erzeugten. Die Gesamtkapazität lag bei 1200 MWel. 95% dieser Anlagen erhielten eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die verbleibenden 5% erhielten keine Einspeisevergütung, weil sie entweder Strom für den Eigenverbrauch produzierten oder mit einer Anlagengröße von [20 MWel nicht unter die Förderung fallen. Momentan seien weitere 52 neue Biomasseheizkraftwerke im Bau oder in der Planungs- und Genehmigungsphase. Die Studie geht weiterhin davon aus, dass bis 2020 die gesamte elektrische Kapazität der Biomasseheizkraftwerke auf 3200 MWel ansteigen wird, da vermehrt auch Holzvergasungstechnologien das Anlagenspektrum erweitern.

Im entsprechenden Maße soll auch die Wärmenutzung ansteigen. Hier geht die Studie von 15,5 Terrawattstunden (TWh) bis 2020 aus. In diesem Zusammenhang wird auch von einer verstärkten Nutzung von ORC-Anlagen ausgegangen. Im Bereich der festen Biomasse seien momentan 55 Anlagen in Betrieb, 12 weitere befänden sich im Bau. Anlagen mit einer Kapazität von [5 MWel nutzen hier eher Waldholz (50%) und nur etwa ein Viertel nutzen neben Altholz auch Reststoffe. Nur 20%v der Anlagen dieser Größenordung nutzen nur Altholz. Bei größeren Anlagen sieht die Verteilung etwas anders aus: Hier werden nur etwa 18% der Anlagen mit Waldholz und Lanschaftspflegeholz betrieben. Über 50% dagegen nutzen nur Altholz.

Bedingt durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird auch im Biogas-Bereich mit Wachstum gerechnet. Bis 2020 soll eine Kapazität von 3635 MWel installiert sein. Hiervon werde etwa ein Drittel ins Erdgasnetz eingespeist. Von dem eingespeisten Bioerdgas werden wiederum etwa 10% im Transportsektor genutzt. Die Anbaufläche der Biogas-Rohstoffe werde sich auf ca. eine Million Hektar erweitern. Die Wärmenutzung im Biogas-Bereich werde sich schätzungsweise von etwa 4 TWh (2008) auf 13 TWh (2020) erweitern.

Im Bereich der Biokraftstoffe sehe die Entwicklung etwas differenzierter aus. Die Bioethanol-Produktion werde sich von 0,64 Mio. Tonnen (2008) auf ca. 0,9 Mio. Tonnen (2020) steigen. Vor allem den Biokraftstoffe der zweiten Generation, z.B. der Produktion von Bioethanol aus Zellulose, werden Zuwachsraten aufweisen. So geht die Studie davon aus, dass bis 2020 auch etwa 0,9 Mio. Tonnen Bioetanol aus Zellulose produziert werden. Rückgängig sei hingegen die Biodiesel-Produktion. in 2008 wurden noch etwa 2,7 Mio. Tonnen produziert. Bis 2020 soll die Produktionsmenge auf etwa 2,1 Mio. Tonnen jährlich zurückgehen. Weiterhin geht die Studie davon aus, dass bis 2020 auch 0,6 Mio. Tonnen BTL (Biomass-to-Liquid) produziert werden. Auch der Verbrauch und die Produktion von Pflanzenölen sei rückgängig (2008 noch 0,36 Mio. Tonnen). Insgesamt soll der Verbrauch von Biokraftstoffen bis 2020 von 3,7 auf etwa 5,4 Mio. Tonnen ansteigen.

Weitere Informationen

Source: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), 2009-08-25]

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