25 Februar 2004

Bioenergiedorf Jühnde: Wann ist es so weit?

Förderzusage für Biogasanlage lässt auf sich warten

Das kleine Dorf Jühnde im Süden Niedersachsens hat sich viel vorgenommen. Schon seit dem Frühjahr 2001 läuft das Projekt vom Interdisziplinären Zentrum für nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel-Witzenhausen, welches hier die deutschlandweit erste Gemeinde entstehen lassen soll, die ihre Versorgung autonom und ausschließlich über erneuerbare Energien bestreitet.

Über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) sind mittlerweile 1,1 Millionen Euro Fördermittel eingeflossen, das Gesamtvolumen der Kosten schätzt Eckhard Fangmeier, Geschäftsführer der Projekt leitenden GbR, auf 5,1 Millionen Euro. Doch das Herzstück der ganzen Aktion, die hochmoderne Biogasanlage, in der die Stromerzeugung mittels Biomasse wie Stroh, Holz, Gülle und Energiepflanzen erfolgen soll, wartet noch am Reißbrett auf ihre Grundsteinlegung.

Bereits 130 der 200 in Frage kommenden Jühnder Haushalte hat sich vertraglich zur Wärme- und Stromabnahme verpflichtet, zum Teil auch selbst in das neue Kraftwerk investiert. Jetzt wartet man auf die Förderzusage: “Es wäre Wahnsinn, nachdem so viele Gelder geflossen sind, jetzt April, April zu sagen”, so bringt Bürgermeister August Brandenburg die derzeit unsichere Stimmung auf den Punkt. Im Sommer hofft man schlussendlich mit dem Bau der Anlage beginnen zu können, denn “unser Bioenergiedorf könnte dann einen Modellcharakter für weitere derartige Projekte haben”, prognostiziert Eckhard Fangmeier.

(Vgl. Meldung vom 2003-12-22.)

Source: taz Nord Nr. 7293 vom 2004-02-25.

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