15 April 2010

Bioenergie – mit Zuckerrüben auf der Überholspur

Treibstoff und Gas aus "süßem" nachwachsenden Rohstoff

Die Zuckerrübe erfreut sich großer Beliebtheit, denn sie ist Ausgangspunkt für viele “süße” Momente im Leben. Jetzt rückt sie auch als Bioenergiequelle immer stärker in den Focus des öffentlichen Interesses. Nach Ansicht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die Zuckerrübe auch als nachwachsender Rohstoff eine vielversprechende Zukunft. Es lassen sich daraus Bioethanol als Treibstoff sowie Bioerdgas als Treibstoff und für die Erzeugung von Strom und Wärme gewinnen.

Der weitaus größte Teil der in Niedersachsen angebauten gut 100.000 Hektar (ha) Rüben wird nach wie vor zu Zucker für die menschliche Ernährung verarbeitet. Mittlerweile gelangen aber über sieben Prozent (7.500 ha) in die Bioethanolanlage der fuel 21, einer Tochter der Nordzucker AG, in Klein Wanzleben. Hier werden nicht nur die vorab vertraglich vereinbarten Mengen zu Biosprit verarbeitet. Auch sogenannte “Überrüben” der hervorragenden Ernte 2009, die nicht zu Zucker raffiniert wurden, nehmen hier den Weg in den Tank. Vor zwei Jahren kam ein Drittel des in Deutschland produzierten Bioethanols aus Zuckerrüben, das war deutlich mehr als aus Weizen und Roggen.

Da Bioethanol zur Verringerung der Treibhausgase beiträgt, ist die Herstellung politisch gewollt. Die von der Regierung vereinbarte freiwillige Beimischung von zehn Prozent zu Benzin ist eine gute Planungsgrundlage für die Branche. Ab 2014 wird E10, ein Ottokraftstoff mit zehnprozentigem Bioethanolanteil, Regelkraftstoff in Europa sein. Derzeit sind es etwa drei bis vier Prozent Bioethanol, die dem Kraftstoff beigemischt werden.

Auch für die Biogasproduktion ist die Zuckerrübe interessant. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Gasausbeute aus, die bereits nach relativ kurzer Zeit in der Biogasanlage erzielt wird. Einziges Problem der Rübe ist ihr hoher Schmutz- und Erdanteil. Dafür sind bereits technische Lösungen entwickelt worden. Die Zuckerrübe als nachwachsender Rohstoff hat damit das Zeug, auf geeigneten Standorten zu einer Alternative zum Mais zu werden.

Source: Agrar-presseportal, 2010-04-14.

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