8 Februar 2010

Bioenergie braucht Beratung

Maschinenringe beim "Zukunftsforum ländliche Entwicklung": Beispiele für erfolgreiche Projekte

Regional verankerte Beratungs- und Vernetzungsstrukturen unterstützen die deutschen Landwirte nachhaltig dabei, neue Wertschöpfungsquellen durch die Produktion von Bioenergie zu erschließen. Drei erfolgreiche Beispiele stellten die Akteure der Maschinenring-Veranstaltung “Wertschöpfungspotenziale durch Bioenergie” auf dem Zukunftsforum ländliche Entwicklung des Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor.

Information auf kurzen Wegen
Thorben Holsteiner, der Vertreter der Maschinenringe in Schleswig-Holstein, hat mit staatlicher Unterstützung ein Team von Fachberatern aufgebaut, die den norddeutschen Landwirten bei allen Fragen zur Erzeugung und Nutzung von Bioenergie als Ansprechpartner dienen. “Wir sind bei den Landwirten bekannt und haben einen guten Draht zu ihnen”, sagte Holsteiner, “vielleicht wird unser Angebot zur Unterstützung auch deshalb so gut angenommen. Wir verstehen uns als Moderatoren, Know-How-Träger und Netzwerker”. Besonders hoch sei der Beratungsbedarf bei Fragen zu den gesetzlichen Bestimmungen und zu Fördermöglichkeiten, aber auch Angebote zur Bündelung von Interessen, zum Beispiel beim Anlageneinkauf, seien gefragt. “Es ist für den einzelnen Landwirt kaum machbar, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Wir sind inzwischen so gut aufgestellt, dass wir genau wissen, was das Knickholz in Schleswig-Holstein heute kosten darf, um mit Restholz aus Kanada konkurrieren zu können”, so Thorben Holsteiner.

Reststoffe nutzen
Breites Fachwissen zur Biomassenutzung ist inzwischen auch beim Maschinenring Höxter-Warburg vorhanden. Wie der dortige Geschäftsführer Norbert Hofnagel in Berlin berichtete, wurde dort bereits 2003 der Bau eines Hackschnitzelheizwerkes mit einem Jahreswärmeausstoß von 6,5 Mio. kWh verwirklicht. Die Rohstoffversorgung organisiert eine Tochtergesellschaft des Maschinenrings. Die Nutzung von Biomasse-Reserven aus Wald und Flur steht im Mittelpunkt der staatlich geförderten ‘Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter’, für die Norbert Hofnagel die Projektleitung übernommen hat. Gemeinsam mit dem Kreis Höxter als Projektträger und einer ganzen Reihe von Partnern mobilisiert der Maschinenring mit seinem Biomassehof Biomassereserven aus Wäldern, Fluren und Haushalten der Region. Bisher nicht oder minder gebrauchte Biomasse wird für energetische Zwecke in Nutzung gebracht und hilft, importierte fossile Rohstoffe zu substituieren. Konkrete Ziele sind beispielsweise eine Verdoppelung des Anteils der Bioenergie am regionalen Wärmemarkt auf 40%.

Pflanzenöl – vertane Chance?
Landwirte aus den Maschinenringen Neumarkt Plus, Eichstätt und Jura haben sich in der Oberpfalz in Bayern zusammengetan und eine Ölmühle zur Produktion von reinem Rapsöl gebaut. Josef Schneider, der Geschäftsführer im Maschinenring Neumarkt Plus und bei der Juraps GmbH, berichtete in Berlin von 5,5 Millionen Litern Rapsöl, die von 1996 bis 2005 in einer ersten Ölmühle erzeugt und die regional verbraucht wurden. Die Erfahrungen aus diesem Projekt gaben den Ausschlag zum Bau einer deutlich größeren Mühle 2006. Wie Josef Schneider in Berlin erläuterte, sei diese beispielhafte und erfolgreiche Initiative durch die eingeführte Besteuerung der Biokraftstoffe ins Mark getroffen worden. Das erfolgreiche Netzwerk, zu dem auch eine Reihe von Tankstellen gehört, droht seine Rolle als erfolgreich etablierte Wertschöpfungsquelle wieder zu verlieren.

Jugend im ländlichen Raum
Das übergreifende Thema des Zukunftsforums war in diesem Jahr die Frage “Jugend und ländlicher Raum: Gehen oder bleiben?”. Gerhard Röhrl, Geschäftsführer im Bundesverband der Maschinenringe e.V., zeigte sich bei der Maschinenring-Begleitveranstaltung überzeugt davon, dass die Entscheidung der jungen Menschen beeinflusst werden kann: “Wenn wir ihnen positive Herausforderungen bieten können, dann bleiben sie. Wir brauchen Persönlichkeiten, die vor Ort Projekte vorantreiben, damit sich neue Einkommensmöglichkeiten auftun”, so Röhrl auf der Grünen Woche in Berlin.

Kontakt:
Bundesverband der Maschinenringe e.V. (BMR)
Ottheinrichplatz A 117
86633 Neuburg/Donau
Tel.: 08431-64 99-0
E-Mail: info@maschinenringe.com

Source: Bundesverband Maschinenringe (BMR), Pressemitteilung, 2010-01-25.

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