29 Januar 2009

Bioenergie aus Rodungsholz

Obst- und Schnellumtriebsplantagen als Rohstoffquelle

Die Arbeitsgruppe Nachwachsende Rohstoffe der Lehr- und Forschungsstationen der Universität Bonn will die Bereitstellung und energetische Nutzung von Rodungsholz am Campus Klein-Altendorf intensiv erforschen und durch den Aufbau einer Hackschnitzelfeuerungsanlage auch in die Praxis umsetzen. Mittels mobiler Zerkleinerungstechniken sollen die alten Obstbäume während der Rodung zu energetisch nutzbarem und vermarktungsfähigen Hackschnitzeln zerkleinert werden. Somit können aus einem gerodeten Hektar rund 100m3 Holzhackschnitzel gewonnen werden, die in einer Hackschnitzel-Heizanlage genau soviel Energie bereitstellen können wie 7.500 Liter Heizöl.

Dass die Thematik “Bioenergie” auch ein brennendes Thema innerhalb des Gartenbaus darstellt, belegen die Besucherzahlen des 1. Biomassetages am Campus Klein-Altendorf. Dr. Ralf Pude, Geschäftsführer der Lehr- und Forschungsstationen für nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn, gab eine Einführung zur energetischen Nutzung von Holz aus Obst- und Schnellumtriebsplantagen. Dabei stand besonders die Qualität der aus Obstbäumen produzierten Hackschnitzel im Vordergrund. Ersichtlich wurde aus dem Vortrag, dass der anfallende Wärmebedarf durch lokale Biomasse bereitgestellt werden kann, ohne in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu treten.

Im weiteren Verlauf des Tages folgten Maschinenvorführungen zum Roden und Hacken von Obstplantagen und zur Verbrennungstechnik von Holzhackschnitzeln. Für viele Obstbauern bedeutet die Rodung ausgedienter Obstplantagen einen erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Die häufig praktizierte Verbrennung des Restholzes auf offenem Feld ist problematisch. Der Biomassetag auf dem Campus Klein-Altendorf sollte deshalb dazu dienen, neuartige Rodungs- und Verwertungsverfahren unter Praxisbedingungen vorzuführen und mit den Teilnehmern zu diskutieren.

Source: Infoholz, 2009-01-29.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email