3 Juni 2005

Biodieselanlage Schwarzheide bald im Vollbetrieb

Produktionskapazität soll noch im Juni um die Hälfte erhöht werden

Der Biodiesel Schwarzheide GmbH ging es seit ihrem Verkauf an die Düsseldorfer WBL Holding des Unternehmers Werner Klink im vergangenen Sommer nie besser. Die seinerzeit avisierte Anlagenerweiterung steht knapp vor der Vollendung und noch im Juni soll der Probebetrieb des neuen Produktionsabschnitts anlaufen. Die Jahreskapazität wird sich von 100.000 auf 150.000 Tonnen Biodiesel erhöhen und mit zehn weiteren Arbeitsplätzen wächst die Belegschaft dann auf 58 Mitarbeiter.

“Biodiesel wird mehr und mehr salonfähig” , freut sich Oliver Bremer, Leiter des Ein- und Verkaufs. Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr mit etwa 75.000 Tonnen Biodiesel seine Kapazität nicht ausschöpfen, weil unter der damaligen Eigentümerin Nevest New Energy die Insolvenz erfolgte und die Rahmenbedingungen noch keine Vollproduktion erlaubten. Seit der Übernahme durch die WBL Holding kann der Betrieb in die Vollen gehen. (Vgl. Meldung vom 2004-08-04.)

Noch im laufenden Jahr soll das Werk 120.000 bis 130.000 Tonnen Biodiesel erzeugen. Durch die Biokraftstoff-Richtlinie wird der Markt zunehmend Nachfrage-orientierter. Bremer schätzt, dass die Beimischungsquote beim Diesel derzeit bei durchschnittlich zwei bis drei Prozent liegt, Tendenz steigend – bis zur Vorgabe der Europäischen Union, welche bis 2010 die Beimischung biogener Treibstoffe im Umfang von 5,75 Prozent vorsieht.

Ende 2005 wird die Jahreskapazität deutscher Anlagen zur Produktion von Biodiesel laut Bremer bei etwa 1,5 Millionen Tonnen liegen. Bei einem Dieselkraftstoff-Markt von etwa 28 Millionen Tonnen im Jahr wäre das etwas mehr als die Menge, die allein für eine fünfprozentige Beimischung gebraucht würde. Der Verband Deutscher Biodieselhersteller rechnet Ende 2005 sogar mit 1,9 Millionen Tonnen Biodiesel-Kapazitäten.

Der Markt erweist sich indes als noch viel aufnahmefähiger, denn der Hauptteil des Biodiesels wird nicht nur als Beimischung verbraucht. So fahren ganze Lkw-Flotten oder Nahverkehrsbetriebe inzwischen mit Biodiesel pur, hinzu kommen Traktoren, Ernte- und Baumaschinen sowie zahlreiche andere Anlagen.

Die auf Umwelttechnologien ausgerichtete WBL Holding (WBL: Wasser, Boden, Luft) plant über den jetzt fast fertigen Erweiterungsbau in Schwarzheide hinaus bereits zwei weitere Biodieselanlagen, welche operativ von Schwarzheide geführt werden sollen. Für jene am Rostocker Ölhafen laufen derzeit die Ausschreibungen im Bereich des Anlagenbaus. Im zweiten Halbjahr 2006 soll sie in Betrieb gehen. Danach will WBL ein Projekt in Südwestdeutschland realisieren. Hier steht der Standort noch nicht fest.

Auch das als Nebenprodukt anfallende Glyzerin aller drei Werke soll in der Lausitzer Anlage gereinigt und aufbereitetwerden. Auch hierzu dient die Erweiterung der Kapazitäten in Schwarzheide, welche zurzeit bei 30.000 Tonnen Pharma-Glyzerin pro Jahr liegen, für die der Pharmakonzern Bayer bereits einer der größten Abnehmer ist.

Die WBL Holding GmbH
Die künftig drei Biodieselwerke der Düsseldorfer WBL Holding GmbH sollen eine Gesamtkapazität von 450.000 Tonnen Biodiesel im Jahr erreichen. Für den Erwerb (Schwarzheide), den Aus- und Neubau der Werke will WBL nach Angaben aus dem Vorjahr rund 65 Millionen Euro aufwenden.

Source: Lausitzer Rundschau Online vom 2005-06-02.

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