31 Oktober 2003

Biodiesel: Sportschifffahrt auf dem Bodensee

Projekt zeitigt nach vier Jahren positive Bilanz

Vier von sechs Projektjahren “Biodiesel und Sportschifffahrt in der Euregio Bodensee” gehen mit der Sportschiff-Saison 2003 ihrem Ende zu. Insgesamt 24 Segel- und Motorbooteigner beteiligten sich mit ihren Erfahrungen bei ganzjähriger Biodieselbefüllung ihrer Schiffsmotoren an dem Vorhaben. Mitinvestor der privaten, allerdings von der Fachwelt viel beachteten Initiative ist auch die deutsche Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP).

Das ehrenamtlich tätige Projektteam rekrutiert sich aus den Hauptinitiatoren, dem Apotheker Hans Plaettner-Hochwarth, Professor Klaus Schreiner, einem ausgewiesenen Fachmann vom Institut für Verbrennungsmotoren in Konstanz sowie dem passionierten Segler Luzius Studer, der bereits seit zwanzig Jahren Pionierarbeit im Bereich Umweltschutz und Sportschifffahrt leistet. “Die Bilanz ist positiv”, kommentiert Studer die bisherigen Erfahrungsberichte. Auch Motorenhersteller und Service-Betriebe verfolgen die Resultate mit großem Interesse.

Derzeit kümmert sich das Projektteam noch um die Vermittlung des notwendigen Umbau-Services, der allerdings lediglich einen Austausch der Treibstoffzuleitungen und diverser Teile aus Gummi oder Kunststoff durch RME-beständiges Material erfordert. Kosten: 100 bis 300 Euro. Damit Biodiesel aber langfristig zum Selbstläufer werden kann, haben Plaettner-Hochwarth und Schreiner ein Handbuch zur Umrüstung publiziert. “Grundsätzlich können Dieselmotoren im Süsswasser-Bereich unter Berücksichtigung einiger RME-Eigenschaften problemlos mit Biodiesel betrieben werden”, so die Angaben des Bodensee-Segler-Verbands.

Leider gibt es bislang nur eine Seetankstelle mit RME in Kressbronn und einige Kanisterdepots – das kann sich allerdings schon in Kürze ändern, denn die positiven Testresultate und Erfahrungen der 24 Teilnehmer sollten in ein, zwei Jahren im Schneeball-Effekt weitere Bootsbesitzer überzeugen können, so dass die Nachfrage neues Angebot schafft. Indes lassen die Schiffstanks sich bei Mangel an RME natürlich auch notfalls mit herkömmlichem Diesel betanken.

(Vgl. Meldung vom 2003-07-25.)

Source: St. Galler Tagblatt vom 2003-10-30.

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