5 Mai 2003

Biodiesel: Preisdifferenzen bis elf Cent verunsichern Autofahrer

Einheitliche Lieferverträge noch nicht in Sicht

Ein Leserbrief an die Walsroder “WZ” brachte den Stein ins Rollen: Da klagte ein Autofahrer, dass er seinen Biodiesel bei der Raiffeisen-Tanke Walsrode teurer bezahlen muss – und das bis zu elf Cent pro Liter – als z.B. in Verden. Bis zur polnischen Grenze sieht sich der Verbraucher in allen Käffern den unterschiedlichsten Biospritpreisen gegenüber, verständlich, dass er Geldschneiderei vermutet.

Warum denn die Raiffeisen-Zentrale in Soltau die Preisvorgaben ihrer Tank-Kette nicht einheitlich gestalten könne, fragte die WZ nach – und erfuhr Erstaunliches. Wie nämlich Raiffeisen-Abteilungsleiter Hartmut Oetjens erklärte, sei eine einheitliche Preisfindung schon daher nicht möglich, da jede Tankstation ihre eigenen Lieferverträge und damit ihren Laufpreis festlegt.

So sei es in der Regel Festpreis-Vereinbarungen mit den regionalen Ölmühlen zu verdanken, wenn die Biodieselpreise mit geringer Schwankung günstig liegen. Anders gestaltet sich die Preisgebung, wenn Tagesverträge abgeschlossen werden, die jeweiligen Börsenschwankungen unterliegen. Dieser Fall liegt bei den Raiffeisen-Tankstellen vor – hier gibt Angebot und Nachfrage den Ausschlag: “Am Ende des Jahres kommt ein guter Mix heraus”, meint Oetjens beschwichtigend.

Aber auch die Herkunft der Kraftstoffe trägt nicht unerheblich zum Preisverwirrspiel bei, denn ob ein Biodiesel aus Altfetten oder hochwertigem Rapsöl hergestellt, ungenormte Importware oder hochwertiges Methylester mit Gütesiegel ist, das trägt einleuchtenderweise zur Höhe des Preises bei. “Raiffeisen hat bundesweit noch keine klare Linie gefunden”, kommentiert Oetjens den Unmut des Kunden und empfiehlt, sich bei Fragen direkt mit der Tankstelle oder der Raiffeisen-Zentrale in Soltau (Tel.: 05191-6090) in Verbindung zu setzen.

Source: www.pipeline.de vom 2003-05-02.

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