6 November 2007

Biodiesel für die Welt

Wie groß ist das Potenzial?

Biodiesel ist unbestritten ein wichtiger Pfeiler der alternativen Energieerzeugung. Aber welche Mengen können weltweit überhaupt produziert werden? Und in welchen Ländern schlummern die größten Potenziale? Mit diesen Fragen haben sich Wissenschaftler der Universität Wisconsin in einer großen Studie auseinander gesetzt. Nach ihren Berechnungen könnten weltweit pro Jahr etwa 51 Billionen Liter Biosprit aus Nutzpflanzen gewonnen werden. Damit ließen sich, grob geschätzt, vier bis fünf Prozent des aktuellen Bedarfs an Treibstoff aus Erdöl ersetzen.

Die Kalkulationen beruhen auf den jährlich exportierten Mengen an pflanzlichen Ölen, die direkt für die Biodieselerzeugung genutzt werden könnten. Dazu gehören vor allem Soja- und Palmöl. Als Hauptanbauländer dieser Pflanzen sorgen zurzeit Brasilien, Argentinien, die USA, Malaysia und Indonesien für etwa 80 Prozent des globalen Angebots an Biodiesel. Nach den Erkenntnissen der Experten schlummern jedoch auch in anderen Ländern noch große Potenziale. Dazu zählen zum Beispiel Thailand, Kolumbien, Uruguay und Ghana.

Diese Staaten sind relativ sicher und politisch stabil, haben wenig Schulden und besitzen eine starke Agrarindustrie. Durch die Biospriterzeugung würden sich für die Länder große Chancen zur Steigerung der Deviseneinnahmen ergeben. Außerdem könnten die Einwohner direkt profitieren. Als Beispiel nannten die Forscher die Fiji-Inseln. Früher mussten die Bewohner hier über fünf Dollar pro Liter Sprit bezahlen. Mit dem selbstproduzierten Biodiesel aus Palmöl liegen die Kosten heute nur noch bei einem Zehntel.

Die Autoren der Studie warnen allerdings davor, den Anbau der Energiepflanzen auf Kosten der Lebensmittelproduktion auszudehnen, wie dies bereits in Mexiko geschehen ist. Jedes Land sollte auf nachhaltige Lösungen achten und nicht blind auf nachwachsende Rohstoffe setzen. Das gilt auch für den Schutz der Umwelt, die vor allem in Südostasien unter der starken Ausweitung der Palmölerzeugung leidet.

(Vgl. Meldungen vom 2007-09-20, 2007-06-14 und 2007-01-09.)

Source: aid PresseInfo Nr.: 44/07, 2007-10-31.

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