10 Mai 2010

Biodiesel aus Palmöl fast ausschließlich aus dem Ausland importiert

Auch für Biodiesel aus Palmöl gilt neues Gesetz zur Nachhaltigkeit

Biodiesel wird in Deutschland nur in äußerst geringen Mengen aus Palmöl hergestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der VDB in einer aktuellen Mitgliederbefragung. Damit reagierte der Verband auf eine Untersuchung von Greenpeace, die an Tankstellen unter anderem Palmöl als Rohstoff von Biodiesel identifiziert hatte. Die Biokraftstoffhersteller begrüßten das Engagement der Nichtregierungsorganisation (NRO) und forderten die Mineralölindustrie auf, nachhaltig produzierten Biodiesel zu beziehen.

Heimische Biodieselhersteller setzen zu über 90 Prozent Rapsöl als Rohstoff ein. Palmöl kommt demnach in der deutschen Produktion nur in sehr geringen Mengen zum Einsatz. Zum Teil wird allerdings ergänzend im Ausland produzierter Biodiesel aus Palmöl verwendet. Dabei unterliegen die Biokraftstoffproduzenten ab dem 1. Januar 2011 einer strengen Nachhaltigkeitsverordnung, die Palmöl von ehemaligen Regenwaldflächen für die Biodieselproduktion in jedem Fall ausschließt; eine entsprechende Regelung gilt für die Europäische Union. “Wir fordern die Mineralölindustrie auf, nachhaltig produzierten Biodiesel zu kaufen und damit erhaltenswerte Ökosysteme wie Regenwälder zu schützen”, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB. “Wir brauchen strenge Kontrollen wie die von Greenpeace, damit sichergestellt wird, dass die Vorgaben der Nachhaltigkeitsverordnung tatsächlich eingehalten werden.”

Aus deutschem Biodiesel gelange im Jahresmittel maximal ein Anteil von rund 0,40 Prozent Palmöl in fossilen Dieselkraftstoff, da aufgrund technischer Vorgaben der Rohstoff im Winterhalbjahr nicht verwendet werden könne. “Die Klimabilanz von Palmöl ist je nach Anbaumethode sehr unterschiedlich. Denn bei nachhaltiger Produktion – wozu zweifellos der Schutz des Regenwaldes zählt – ist die Ölpalme eine sehr effiziente und Ressourcen schonende Pflanze mit hohen Flächenerträgen”, sagte Baumann.

Wer Palmöl grundsätzlich ablehne, müsse für rund ein Drittel der Produkte des täglichen Lebens eine neue Rohstoffbasis suchen: Schokolade, Eiscreme, Margarine, Waschmittel und Kosmetika enthalten Palmöl. “Das ist unrealistisch. Wir fordern dringend Zertifizierungssysteme für jegliche Art der Biomassenutzung, also auch für die Nahrungsmittel- und Chemieindustrie. Die Biokraftstoffindustrie ist hier der Vorreiter”, sagte Baumann.

Daten zu Palmöl:

  • Produktion weltweit (2009): 50,7 Mio. Tonnen (45,4 Mio. Tonnen Palmöl, 5,3 Mio. Tonnen Palmkernöl)*
  • Verbrauch Palmöl Deutschland, sämtliche Nutzungen wie Lebensmittel, Oleochindustrie, Biodiesel (2009): 1,16 Mio. Tonnen*
  • Verwendung Palmöl Deutschland, Biodiesel (2009): ca. 130.000 Tonnen**
  • Verwendung Palmöl für Biodiesel durch deutsche Hersteller (2009): ca. 20.000 Tonnen***
  • Durch den Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palmöl
    insgesamt: ca. 1,5 Mio. Tonnen ****
  • Biodieselproduktion in Deutschland 2009: 2,5 Mio. Tonnen
    • davon Beimischung (B7): 2,3 Mio. Tonnen
    • davon B100: 250.000 Tonnen

    Quellen
    * OVID, Oilworld
    ** VDB – Schätzung nach Angaben von Greenpeace
    *** VDB – Schätzung nach Umfrage bei VDB-Mitgliedern
    **** Angabe Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO)
    Änderungen in Folgejahren möglich

    Kontakt
    Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
    Johannes Daum
    Referent Politik
    Am Weidendamm 1A
    10117 Berlin
    Tel. +49 (0) 30 / 72 62 59 – 10
    Fax +49 (0) 30 / 72 62 59 – 19
    E-Mail: daum@biokraftstoffverband.de

Source: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB) Pressemitteilung, 2010-05-04.

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