7 April 2010

Biobenzin: Virent und Shell nehmen weltweit erste Demonstrationsanlage in Betrieb

Zucker kann direkt in fertiges Benzin umgewandelt werden

Virent Energy Systems, Inc. (Virent®) und Shell haben heute die Inbetriebnahme der weltweit ersten Demonstrationsanlage bekannt gegeben, mit der pflanzliche Zucker statt in Ethanol direkt in fertiges Benzin bzw. in Benzinkomponenten umgewandelt werden können.

Die Demonstrationsanlage in Madison, Wisconsin, USA ist der jüngste Schritt im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zur Erforschung und Entwicklung von Biobenzin, das die beiden Unternehmen im März 2008 bekannt gegeben hatten. Die Produktion der Anlage hat eine Kapazität von bis zu 38.000 Litern pro Jahr und wird für Tests von Motoren und Fahrzeugflotten verwendet.

Dieser neue Biokraftstoff kann herkömmlichem Benzin in hohen Mischungsanteilen beigegeben und in bestehender Motortechnik eingesetzt werden. Eine spezielle Infrastruktur, Vorkehrungen im Motor werden dadurch überflüssig.

Die patentierte Technologie der BioForming-Plattform von Virent wandelt pflanzliche Zucker mit Hilfe von Katalysatoren in Kohlenwasserstoffmoleküle um, wie sie auch in einer Erdölraffinerie erzeugt werden. Bisher wurden pflanzliche Zucker zu Ethanol fermentiert und destilliert. Die neuen “Biobenzin”-Moleküle haben einen höheren Energieinhalt als Ethanol und bieten eine bessere Kraftstoffeffizienz. Sie lassen sich zu herkömmlichem Benzin mischen, das sich nicht von Benzin auf Erdölbasis unterscheidet, oder können mit ethanolhaltigem Benzin gemischt werden.

Zur Gewinnung der Zucker eignet sich neben Weizen, Mais und Zuckerrohr auch Biomasse, die nicht zur Lebensmittelproduktion verwendet wird, also Reststoffe/Bioabfälle wie z.B. Maisstroh, Stroh und Zuckerrohrbagasse. In der Demonstrationsanlage wird derzeit Zucker auf Zuckerrübenbasis verwendet.

“Der Schritt vom Entwicklungslabor zur Pilotproduktion ist ein wichtiges Etappenziel für den Erfolg von Biobenzin”, so Luis Scoffone, Vizepräsident des Geschäftsfelds Alternative Energien bei Shell. “Bis zur Produktion in großtechnischem Maßstab ist es zwar noch etwas hin, doch die schnellen Fortschritte, die wir gemeinsam mit Virent erzielt haben, stimmen uns sehr optimistisch.”

“Die Inbetriebnahme der Anlage unter Einhaltung der Zeit- und Kostenvorgaben zeigt, welch gute Perspektiven unsere Technologie für die wirtschaftliche Herstellung von qualitativ hochwertigen Premium-Kraftstoffen auf Basis erneuerbarer Energiequellen bietet”, kommentiert Lee Edwards, CEO von Virent. “Virent und Shell wollen mit ihrer Zusammenarbeit maßgeblich zur Lösung weltweiter Herausforderungen in den Bereichen Energiesicherheit, Schonung der Umwelt und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.”

Source: Shell Deutschland, Pressemitteilung, 2010-03-23.

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