14 Oktober 2009

Biobasierte Rohstoffe für die Grüne Chemie

Frost & Sullivan: Zunehmendes Interesse an biobasierten Produkten führt zur Verdreifachung bis 2015

Der Weltmarkt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen wird bis zum Jahr 2015 auf einen Marktwert von über 5 Mrd. Dollar ansteigen und sich damit gegenüber 2008 (1,63 Mrd. $) verdreifachen. Das prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan, Frankfurt/Main, in einer Studie, in der die Anwendungen für Milchsäure, Bernsteinsäure, Glyzerin und 1,3-Propandiol in Biokunststoffen, Bioverbundstoffen und im Bereich der “grünen” Chemikalien untersucht wurden.

Motorlüfter mit Zarge, gefertigt aus <br />biobasiertem Polyamid Nylon-5,10. (© BIOPRO/Bächtle)”></td>
</tr>
<tr>
<td style=Motorlüfter mit Zarge, gefertigt aus
biobasiertem Polyamid Nylon-5,10. (© BIOPRO/Bächtle)

“Die wichtigsten Argumente für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sind die Stabilität und Planbarkeit der Preise sowie die einfache Verfügbarkeit”, begründet Senior Research Analyst Phani Raj Kumar Chinthapalli die guten Wachstumsaussichten. Denn so enorme Preisschwankungen, wie sie bei fossilen Rohstoffen festgestellt wurden, gebe es bei nachwachsenden Rohstoffen wie Weizen oder Zucker nicht. Zudem ließen sich die Unternehmen auch von den ökologischen Vorzügen nachwachsender Rohstoffe leiten, wie der Unternehmensberater erklärte. So würden beispielsweise beim Herstellungsprozess des Biokunststoffs Sorona von DuPont aus nachwachsenden Rohstoffen bis zu 50% weniger Treibhausgase freigesetzt als bei der Herstellung des Polyamids Nylon 6 aus nicht erneuerbaren Ausgangsstoffen.

Allerdings fehle dem Markt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen noch eine gute Integration von Unternehmen zu Unternehmen, wie sie etwa in der etablierten petrochemischen Industrie vorhanden sei. Dazu, so Chinthapalli, müssten erst zwei völlig unterschiedliche Lieferketten – nämlich die der Lebensmittel- und die der chemischen Industrie – miteinander verknüpft werden.

Marktreife Biopolymere
Erfolgreich aktiv auf dem Gebiet der Biokunststoffe ist beispielsweise Alesco in Langerwehe. Der Folienhersteller präsentierte jüngst eine kompostierbare Schrumpffolie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die “Bioshrink” genannte Folie ist zunächst für 6×0,5 l PET- und PLA-Getränkegebinde verfügbar, weitere Anwendungsgrößen sollen folgen.

Biopolymere können zunehmend auch in der Automobilproduktion und in der Bautechnik herkömmliche Kunststoffe ersetzen, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt wurden. So präsentierte beispielsweise das Land Baden-Württemberg auf der Messe Biotechnica vom 6. bis 10. Oktober in Hannover als jüngstes Erfolgsbeispiel seiner Clusterpolitik zwei Kunststoffprodukte auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Der von Biopro Baden-Württemberg, Stuttgart, initiierte Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe hat mit seinen Partnern BASF, Bosch, Daimler und Fischerwerke das neue, zu 100 % biobasierte Polyamid Nylon-5,10 entwickelt und daraus einen Pkw-Motorlüfter und einen Wanddübel hergestellt. Basiskomponenten des neuen Materials sind biotechnologisch erzeugtes Diaminopentan und Sebazinsäure aus Rizinusöl. Die serientauglichen Produkte können somit ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Source: VDI-Nachrichten, 2009-10-09.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email