3 August 2005

(Bio-)raffiniert vom Acker in den Tank – Auf dem Weg zur wirtschaftlichen Bioraffinerie

Biodiesel, Einweg-Geschirr, Gartenstühle, essbares Spielzeug: Die Anwendungsmöglichkeiten für stoffliche oder energetische Erzeugnisse aus der Bioraffinerie sind vielfältig. Maschinenbauer der Ruhr-Universität und ihre Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen arbeiten daran, die Prozesse in der Raffinerie wirtschaftlicher zu machen. Ein Ansatzpunkt sind neue Katalysatoren, die Zeit und Geld sparen. Über ihre Forschung berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.

Zeit, Geld und Wasser sparen
Biodiesel hat eigentlich nur Vorteile: Er setzt bei der Verbrennung nicht mehr Kohlendioxid frei, als beim Wachstum der Pflanzen gespeichert wurde, die Abgase enthalten kaum Schwefel und auch sonst weniger Schadstoffe als Diesel aus Erdöl, und seine Eigenschmierfähigkeit ist hoch. Trotzdem ist die Erzeugung von Biodiesel noch kostspielig: Für Autofahrer wurde er erst durch den Wegfall der Mineralölsteuer interessant. Effizienter und billiger soll die Produktion in Bioraffinerien u.a. durch neue Katalysatoren werden. Sie beschleunigen nicht nur die Reaktion, sondern reduzieren auch die zeit- und kostenintensiven Reinigungsschritte. In Studien dazu haben die Forscher neben Rapsöl auch Sonnenblumen- und Kokosnussöl sowie Schweine- und benutztes Frittierfett einbezogen. Als besonders effektiven Katalysator identifizierten sie eine Lösung von Tetramethylammoniumhydroxid (TMAH) in Methanol.

Gartenstuhl aus flüssigem Holz
Zudem nutzten sie die Bioraffinerie stofflich: Einige Arbeitsschritte mehr, und es lässt sich Wachs erzeugen, das sich z.B. in der Kosmetikindustrie, in der Lack- und Druckfarbenindustrie und in der Landwirtschafts- und Lebensmittelindustrie einsetzen lässt. Darüber hinaus entwickelten die Oberhausener Forscher biologisch basierte Kunststoffe auf der Grundlage von Cellulose. So ist der haltbare, spritzgegossene Gartenstuhl aus flüssigem Holz bereits Realität.

Den vollständigen Beitrag und Bilder zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/.

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner
Lehrstuhl für Verfahrenstechnische Transportprozesse
Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum und Fraunhofer Institut UMSICHT Oberhausen
44780 Bochum
Tel.: 0234-32-23083
Fax: 0234-32-14277
E-Mail: weidner@vtp.rub.de

(Vgl. Meldungen vom 2005-03-21, 2005-03-09 und 2004-09-20.)

Source: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT vom 2005-07-28.

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