26 Juni 2018

Bio-on eröffnet in Italien die erste Anlage zur Herstellung von speziellen Biokunststoffen, die natürlich und zu 100% biologisch abbaubar sind

Das erste Produkt, dass die Pforten der Produktionsanlage in Castel San Pietro Terme verlassen wird, werden die Minerv Bio Cosmetics sein

Bio-on, ein in der hochwertigen Biokunststoff-Branche tätiges und im AIM-Markt an der italienischen Börse notiertes Unternehmen, öffnet heute die Tore seiner ersten eigenen Anlage zur Herstellung natürlicher und zu 100% biologisch abbaubarer PHA-Biokunststoffe für Nischenprodukte mit hohem Mehrwert, wie zum Beispiel Mikrobeads für den Kosmetikbereich.

  • Die Investitionen in das neue Produktionszentrum belaufen sich auf 20 Millionen Euro. Es handelt sich dabei um die erste Produktionsstätte im Besitz von Bio-on. Das Projekt beruht auf der Umstrukturierung einer ehemaligen Fabrik und erfüllt in einem hohen Maß die Anforderungen an die Nachhaltigkeit: zum Umbau wurde kein neuer Boden besetzt und die Produktionsstätte wird mittels Elektrizität aus einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage betrieben.
  • Die neue Anlage dient zur Herstellung verschiedener Arten von speziell entwickelten Biopolymeren. Dazu gehört auch das Material Minerv Bio Cosmetics – ein natürlicher und biologisch abbaubarer Biokunststoff, der dazu konzipiert ist, die in den heutigen Kosmetikartikeln enthaltenen, umweltschädlichen Mikrobeads zu ersetzen.
  • In der neuen Produktionsstätte, die sich in Castel San Pietro Terme in der Nähe von Bologna befindet, haben auch die Labore der CNS-Abteilung (Cosmetics, Nanomedicine & Smart Materials) mit mehr als 20 Forscher und Forscherinnen ihren Sitz.
  • Mit der Eröffnung der neuen Bio-on-Anlage, in der zurzeit 45 Mitarbeitende beschäftigt sind, ist vorgesehen, bis Ende des Jahres die Belegschaft zu verdoppeln.

«Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben, da diese Produktionsstätte ein Paradebeispiel für das Made in Italy ist und weltweit den Beginn eines neuen Zeitalters für die Grüne Chemie bedeutet», erklärt Marco Astorri, Präsident und CEO von Bio-on. «Ab heute haben Firmen dank unseres Biokunststoffs die Möglichkeit, etwas für den Umweltschutz zu tun und ihre Produkte nachhaltiger zu gestalten, dies auch mit Hinblick auf die immer strengeren Vorschriften zum Gebrauch von herkömmlichen Plastikmaterialien.»

Das neue Produktionszentrum befindet sich in Castel San Pietro Terme in der Nähe von Bologna und umfasst eine Fläche von 30.000 m2, davon sind 3.700 m2 bedacht und 6.000 m2 Bauland. Die Produktionskapazität beträgt zurzeit 1.000 Tonnen pro Jahr. Sie kann aber leicht auf das Doppelte aufgestockt werden. Die Produktionsstätte wird von Bio-on Plants geführt, die für die Produktion, für künftige Erweiterungen und für neue Ausrüstungen zuständig ist. Das Zentrum ist mit fortgeschrittenen Technologien und modernen Forschungslaboren ausgestattet. Hier haben die über 20 Forscher und Forscherinnen der Abteilung CNS (Cosmetic, Nanomedicine & Smart Materials) die Möglichkeit, neue Kohlenstoffquellen aus agrarischen Abfallprodukten zur Erzeugung neuer, biologisch abbaubarer Biokunststoffe zu erforschen und die Palette der von Bio-on angebotenen Technologien zu erweitern. Auch bei der Wahl des Produktionsstandorts hat Bio-on besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit gelegt und beschlossen, eine ehemalige Fabrik umzubauen, ohne dabei neuen Boden zu besetzen. Die gesamte Kapitalanlage für das Produktionszenturm und die neuen Forschungslabore beträgt 20 Millionen Euro.

«Wir sind äußerst zufrieden, denn seit der Grundsteinlegung im März 2017 bis heute haben wir die Zeitplanung eingehalten und uns ans Versprechen, das wir dem Markt gegeben haben, gehalten», sagt Marco Astorri. «Unsere Techniker und Partnerunternehmen haben ein hohes Maß an Zuverlässigkeit bei der Realisierung des gesamten Projekts gezeigt.»

Wie bei allen komplexen Industrieanlagen werden im neuen Produktionszentrum vorerst eine Reihe von Tests durchgeführt, damit im Herbst dann vollumfänglich mit dem Betrieb begonnen werden kann. Das Kernstück besteht aus einem innovativen Kontrollraum, «von dem die Mitarbeitenden den gesamten Produktionsablauf überwachen können», erklärt Riccardo Casoni, Direktor von Bio-on Plants. «Von hier aus werden wir den ganzen Produktionsprozess erproben, bevor wir dann mit der Produktion im unterbrochenen 24-Stunden-Betrieb beginnen.»

Das erste Produkt, dass die Pforten der Produktionsanlage in Castel San Pietro Terme verlassen wird, werden die Minerv Bio Cosmetics sein, also Mikrobeads aus Biokunststoff für die Kosmetikindustrie, mit denen der herkömmliche, umweltschädliche und biologisch nicht abbaubare Mikroplastik aus Erdöl ersetzt werden kann. Diese mikroskopisch kleinen Kügelchen (Mikrobeads), die als Verdickungsmittel oder Stabilisatoren in häufig verwendeten Produkten, wie beispielsweise in Lippenstiften, Lipgloss, Wimperntuschen, Augenstiften, Make-ups, Cremes, Shampoos, Bademittel und sogar in Zahnpasten zum Einsatz kommen, verschmutzen die Umwelt: gelangen sie erst einmal ins Wasser, zum Beispiel nach dem Waschen, befinden sie sich für immer im natürlichen Kreislauf: sie werden vom Plankton in den Meeren und von den Flüssen aufgenommen und gelangen so in den Nahrungskreislauf. Die Verschmutzung durch die Mikrobeads ist so gravierend, dass die USA als erstes Land beschlossen hat, den Einsatz von Polymeren aus Erdöl in Produkten zur Körperpflege per Gesetz zu verbieten (Microbead-Free Waters Act 2015). Andere Länder wie Kanada, Großbritannien, Schweden und Frankreich sind mittlerweilen diesem Beschluss gefolgt oder haben vor, ihm zu folgen (Irland, Holland, Italien und weitere*). Durch die Verwendung der Minerv Bio Cosmetics in kosmetischen Produkten lassen sich diese Schadstoffe beseitigen, da die Mikropartikel aus Biokunststoff im Wasser natürlich biologisch abbaubar sind und daher nicht in die Nahrungskette gelangen. Die in den Laboren von Bio-on entwickelten Biopolymere dienen in der Abbauphase sogar als Nährstoff für gewisse Mikroorganismen und Pflanzen, die in der Natur vorkommen. Dadurch profitiert die Natur gleich zwei Mal.

Auf dem Gelände des neuen Produktionszentrums hat auch die Geschäftseinheit RAF (Recovery & Fermentation) ihren Sitz. Dieser Geschäftsbereich konzentriert sich auf die Entwicklung und Optimierung der Fermentations- und Extraktionsprozesse zur maximalen Produktionsausbeute. Ebenfalls auf dem Gelände angesiedelt ist der Geschäftsbereich CNS (Cosmetic, Nanomedicine & Smart Materials), der mit modernen wisschenschaftlichen Geräten ausgerüstet ist mit dem Ziel, neue Biokunststoffe zu erforschen und neue Anwendungen zu entwickeln. Zu den Tätigkeitsbereichen zählen Kosmetik, Nanomedizin, Biomedizin, Nutrizeutika, Bioremediation, organische Elektronik und Hochleistungswerkstoffe. In den CNS-Laboren sind über 20 Forschende aus verschiedenen Teilen der Welt und aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (Chemie Physik, Biologie, Pharmazeutik, Materialwissenschaft, Biotechnologie, Elektronik und Mathematik) beschäftigt. Das Durchschnittsalter des Teams beträgt 30 Jahre.

Alle von Bio-on entwickelten PHA-(Polyhydroxyalkanoat) Biokunststoffe werden aus natürlichen pflanzlichen Quellen gewonnen, die nicht mit den Nahrungsketten im Wettbewerb stehen, und weisen vergleichbare thermomechanischen Eigenschaften auf wie herkömmliche Kunststoffe, jedoch mit dem Vorteil, dass sie vollständig umweltverträglich und zu 100% auf natürliche Weise biologisch abbaubar sind.

Source: Bio-on, Pressemitteilung, 2019-06-20.

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