12 Januar 2004

Bio-Ethanol – Treibstoff mit Zukunft

Die für 2004 erwartete Steuerbefreiung für Biokraftstoffe hat zu einem Boom im Bereich der Ethanol-Produktion geführt. In den kommenden Jahren sollen ca. fünf Prozent der Kraftstoffe durch Biokraftstoffe ersetzt werden, so die Zielvorstellungen der EU.

Bio-Ethanol kann auf zwei Arten als Kraftstoffkomponente genutzt werden. Zum einen kann aus Ethanol Ethyltertiärbutylether (ETBE) hergestellt werden, das anstelle vom bisher eingesetzten Methyltertiärbutylether (MTBE) dem Benzin zur Verbesserung der Oktanzahl beigemischt wird. Die andere Möglichkeit ist die direkte Nutzung von Ethanol als Beimischung zu Benzin.

Künftig ist Bio-Ethanol als direkter Kraftstoffzusatz oder Bestandteil des Oktanverbesserers ETBE steuerbefreit. Bislang galt dies nur für reine Biokraftstoffe wie Rapsmethylester. Die Otto-Motoren in deutschen Fahrzeugen sind nicht für den Betrieb mit reinem Bio-Ethanol geeignet. Die in der EU geltende Norm für Ottokraftstoffe ermöglicht jedoch die Beimischung von bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol als Benzinzusatz.

Gute Möglichkeiten Ethanol direkt als Kraftstoff zu verwenden sieht die Südzucker AG. Gut 160 Millionen Euro investiert Südzucker in die Produktion von Bio-Ethanol. Damit wird eine Produktionsanlage für die Herstellung von Bio-Ethanol im Verbund mit der bestehenden Zuckerfabrik in Zeitz (Sachsen-Anhalt) errichtet (s. nawaros 09/2003). Die Anlage soll im Frühjahr 2005 in Betrieb gehen und pro Jahr ca. 700.000 Tonnen Getreide zu 260.000 m3 Bio-Ethanol und 260.000 Tonnen Futtermittel verarbeiten.

Auch wenn die Bio-Ethanolproduktion aus Zuckerrüben energetisch günstiger ist als aus Weizen, wird zunächst Weizen als Rohstoff eingesetzt. Landwirten verspricht der Anbau von Weizen durch die gewährten Flächenprämien höhere wirtschaftliche Anreize.

Die Mitteldeutsche BioEnergie GmbH & Co.KG (MBE), ein Mitglied der Unternehmensgruppe Sauter, baut derzeit ebenfalls eine Produktionsanlage für Bio-Ethanol in Zörbig (Sachsen-Anhalt). 35 Millionen Euro werden investiert, um ab April in die Produktion von jährlich 80.000 bis 100.000 Tonnen Bio-Ethanol einzusteigen. Auch hier ist Getreide als Rohstoffbasis vorgesehen, 30 Prozent des Bedarfs sollen aus der regionalen Landwirtschaft bezogen werden. Bis Ende 2004 soll eine weitere Anlage der Sauter-Gruppe mit 100.000 Tonnen Produktionskapazität in Brandenburg entstehen.

Informationen und Quellen: Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, E-Mail: info@suedzucker.de, Sauter Unternehmensgruppe, Obenhausen, E-Mail: Claus.Sauter@sauter-gruppe.de, Agrimanager, Bayer CropScience

(Vgl. Meldungen vom 2003-10-09, 2003-11-18 und 2002-06-07.)

Source: nawaros® vom 2004-01-09.

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