5 Februar 2008

Bio-Erdgas in Kassel: Belieferung durch Anbauer-Vereinigung geplant

Baustart für Biogasanlage Hardegsen

Eine der bundesweit ersten Anlagen zur Erzeugung und Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz entsteht im Gewerbepark Hardegsen. Bis Ende 2008 errichten die C4 Energie AG, Selent, und die E.ON Mitte AG, Kassel, eine Biogasanlage und eine Anlage zur Aufbereitung des Biogases zu Biomethan. Das Biomethan wird dann in das Erdgasnetz der E.ON Mitte AG eingespeist und dezentral zur Gewinnung von Strom und Wärme genutzt.

Initiatorin dieses Projektes ist die Biokraft Hardegsen GmbH, an der der Landkreis Northeim, die Stadt Hardegsen, der Landvolk Northeim Kreisbauernverband e.V. und der Maschinenring Leinetal e.V. beteiligt sind. Mit dem Abschluss eines Kaufvertrages über eine ca. 31.500 m2 große Fläche im Gewerbegebiet Hardegsen zwischen der Stadt Hardegsen und der C4 Energie AG wurde nun ein wichtiger Meilenstein zur Realisierung dieses Vorzeigeprojektes umgesetzt.

“Mit dieser Anlage werden jährlich rd. 9.500 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart,” erklärten der Bürgermeister der Stadt Hardegsen, Dieter Sjuts, und die Vorstände der C4 Energie AG, Olaf Bockholt und Bernd Köhler. “Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur energiepolitischen Souveränität und zum Klimaschutz,” machten die drei bei der Vertragsunterzeichnung deutlich.

Auf der Betriebsfläche werden zukünftig rund 50.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe wie Mais und Getreide verarbeitet. Die Rohstoffe werden von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region angebaut. Die Zusammenarbeit zwischen örtlicher Landwirtschaft und Verwaltung sei ein wichtiger Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung dieses ambitionierten Projektes, so Sjuts, Bockholt und Köhler.

“Derzeit haben wir für eine Fläche von 750 Hektar entsprechende Verträge mit Landwirten abgeschlossen”, sagt Willi Teutsch, Geschäftsführer des Landvolks, gegenüber der Tageszeitung HNA. Dies sei zwar nach Ansicht der Investoren ausreichend für den Betrieb der Anlage, allerdings sei man daran interessiert, mit Landwirten Verträge über weitere 100 Hektar Grünflächen zu schließen. Dies sei aber zurzeit nicht einfach, da viele Landwirte sich angesichts der guten Getreidepreise schwer tun, ihre Produktion auf Energiepflanzen umzustellen.

Geplant sei, dass die Landwirte der Region eine Anbauer-Vereinigung gründen, die für die Aussaat, Düngung und Pflege der Energiepflanzen zuständig ist. Die Ernte und der Transport zur Anlage soll laut Teutsch jedoch vom Betreiber der Anlage ausgeschrieben werden: “Die einzelnen Landwirte oder der Maschinenring Leinetal haben dann die Möglichkeit, entsprechende Angebote abzugeben.”

Weitere Informationen
Projektvorstellung der Biogasanlage Hardegsen

(Vgl. Meldungen vom 2007-02-09, 2007-07-13 und 2007-07-27).

Source: C4 Energie AG, Pressemitteilung, 2008-01-31 und HNA Online, 2008-02-05

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