20 Juli 2005

Bio-Energien für die Zeit nach dem Öl

Neue Studie der DB Research belegt Konkurrenzfähigkeit nachwachsender Energierohstoffe

Über die Konkurrenzfähigkeit der Bio-Energien entscheidet nicht zuletzt der Preis für Erdöl, Energieträger Nr. 1 auf der Erde. Spätestens ab USD 100 pro Barrel sind Bio-Kraftstoffe, selbst bei rein betriebswirtschaftlichem Kalkül und ohne Subventionen, schon mit heutiger Technik konkurrenzfähig. Heizanlagen, die Holzpellets nutzen, arbeiten schon jetzt mit günstigeren Brennstoffkosten als Öl- und Gasheizungen.

Den Nachteil höherer Investitionskosten für die Pelletsheizungen würde ein Ölpreis um USD 100 bei weitem überkompensieren, so dass Pelletsheizungen dann Öl und Gas klar überlegen sind. Bio-Strom wird erst in Jahren wettbewerbsfähig. Allerdings spielt Öl bei der Elektrizitätserzeugung – zumindest in Deutschland – keine direkte Rolle. Berücksichtigt man zusätzlich die positiven externen Effekte der Nutzung der Bio-Energien, fällt die volkswirtschaftliche Bewertung schon heute sehr viel günstiger aus.

Vor dem Hintergrund des nahen Endes des Ölzeitalters sind die nachwachsenden Energierohstoffe sehr gut geeignet, die sich perspektivisch öffnende Schere zwischen der weltweit steigenden Energienachfrage und der unsicheren Expansion des Energieangebots – zumindest zum Teil – zu schließen. Die zunehmende Nutzung der nachwachsenden Rohstoffe als Energiequelle ermöglicht eine sparsamere Verwendung und somit ein reduziertes Abbautempo der fossilen Energien. Das schont die knappen fossilen Vorräte, die als Basisrohstoffe für bedeutsame nichtenergetische Verwertungen einen hohen Wert haben und kurzfristig kaum zu substituieren sind. Überdies belastet die Verbrennung der Bio-Energien nicht das
Weltklima.

Gemessen an den klassischen Zielen der Energiepolitik verfügen Bio-Energien über das Potenzial, den Energiemix in Deutschland, Europa und der Welt in Zukunft merklich zu verbessern. Bio-Energien werden in den Bereichen Strom und Wärme vor allem dezentral genutzt. Damit bieten sie zumindest lokal und regional Schutz vor großflächigen Stromausfällen, wie sie zuletzt in Nordamerika und Europa auftraten. Überdies reduzieren Bio-Energien die Verwundbarkeit ganzer Volkswirtschaften gegenüber den Preisschüben von Erdöl und Erdgas bzw. Heizöl und Kraftstoffen.

Die Förderung der Bio-Energien in Deutschland und der EU führt zu einem Technologievorsprung. Darüber hinaus könnten die Zukunftsinvestitionen sehr lukrativ werden, wenn es gelingt, einen Technologieexport in die energiehungrigen und bevölkerungsreichen Länder wie China und Indien zu organisieren. Die Palette reicht hier von Kleinfeuerungsanlagen für Haushalte bis zu leistungsfähigen Produktionsanlagen für die Erzeugung von Biodiesel für die boomenden Automärkte in den Schwellenländern.

Das Geschäftsfeld erneuerbare Energien bietet den traditionellen Bauern angesichts der künftig eher sinkenden Agrarsubventionen eine interessante Einkommensalternative. Wenn aus etablierten Land- und Forstwirten künftig moderne “Energiewirte” werden, können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Zukunftsenergie Biomasse erhält die erforderliche fachmännische Unterstützung und die Einkommensperspektiven im ländlichen Raum werden stabilisiert.

“Bio-Energien für die Zeit nach dem Öl”: Hier Download der kompletten Studie

Herausgegeben von:
DB Research in Deutsche Bank AG / Marketing
D-60262 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 910-31803
Fax: +49 69 910-31877
E-Mail: marion.grupe@db.com

Source: Pressemitteilung der DB Research in Deutsche Bank AG vom 2005-07-20.

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