13 September 2006

Billiges Getreide für Bioethanol

Die EU-Kommission will Interventionsgetreide unter dem Marktpreis und sogar unter dem Interventionspreis für die Hersteller von Bioethanolanlagen abgeben. Die gesetzlichen Grundlagen für den begünstigten Verkauf sollen möglicherweise noch in dieser Woche im Verwaltungsausschuss Getreide geschaffen werden.

Zunächst geht es noch nicht um die Öffnung einer Ausschreibung für die Bioethanolhersteller. Dies verbietet die angespannte Lange auf dem europäischen Getreidemarkt. Die Kommission will aber klarstellen, dass sie sich bei den Biokraftstoffen nicht an die allgemeine Preisregel für Binnenmarktausschreibungen halten muss. Die Grundregel lautet nämlich, der Markt darf durch die Abgabe von Interventionsgetreide nicht durcheinander gebracht werden.

Im Frühjahr, als die Kommission Interventionsroggen für Bioethanolproduzenten günstig verkaufte, hatten sich verschiedene EU-Mitgliedstaaten dagegen gewehrt, darunter auch Deutschland. Der Deutsche Raiffeisenverband protestierte in einem Schreiben an die Kommission. Der DRV warnt vor Verwerfungen im Getreidemarkt, die besonders bei knappem Angebot fehl am Platze seien. Auch die europäischen Getreide-, Mühlen- und Futtermittelverbände haben sich mit einem Schreiben an die Kommission gewandt, in dem sie die Kommission auffordern, die Marktgegebenheiten zu beachten.

Interventionsbestände sollten in erster Linie dazu verwandt werden, die Versorgung des Lebensmittel- und Futtermittelsektors sicher zu stellen.

Source: Agrimanager vom 2006-09-13.

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