2 September 2005

Billiger tanken mit Biokraftstoffen

Steigender Ölpreis macht Biokraftstoffe zunehmend attraktiv

Berlin, 1. September 2005. Das Rechnen lohnt sich: Im August lag die Differenz zwischen Biodiesel und mineralischem Diesel an der Tankstelle bei durchschnittlich zehn Cent pro Liter. Zwischen fünf und sechs Euro lassen sich damit pro Tankfüllung sparen. Für viele Autofahrer ist das neben der positiven Umweltbilanz ein weiterer Grund, die Zapfsäule zu wechseln. Beinahe jede achte Tankstelle hat Biodiesel im Angebot, das sind bundesweit über 1.900 Bezugsorte. “Damit ist Biodiesel momentan der am besten eingeführte Biokraftstoff in Deutschland”, bewertet Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie, die Lage.

Auch die Deutsche Bank hat in ihrer aktuellen Studie zu Bio-Energien auf das Potenzial von Biokraftstoffen hingewiesen: “Über die Konkurrenzfähigkeit der Bio- Energien entscheidet nicht zuletzt der Ölpreis”, heißt es dort. Spätestens bei einem Ölpreis von hundert Dollar pro Barrel, seien die Biokraftstoffe auch ohne staatliche Unterstützung voll konkurrenzfähig, so die Studie. (Vgl. Meldung vom 2005-07-20).

Bis dahin profitieren die Verbraucher von den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa, die dafür sorgen, dass Biokraftstoffe bereits jetzt auch als wirtschaftliche Alternative wahrgenommen werden. Bevor Biodiesel allerdings in Reinform in den Tank gefüllt wird, sollte eine Freigabe des Herstellers für das jeweilige Fahrzeug vorliegen. Was viele nicht wissen: Seit Beginn des letzten Jahres kann auch mineralischem Diesel bis zu fünf Prozent Biodiesel beigemischt werden. Von dieser Möglichkeit machen die Mineralölkonzerne immer häufiger Gebrauch. Dieses Mischungsverhältnis ist für alle Motoren problemlos verträglich.

Für die Zukunft wird auch der Einsatz von Bioethanol zunehmend interessant: Bereits zwei Produktionsanlagen haben in diesem Jahr hierzulande den Betrieb aufgenommen. Der Treibstoff wird auf Basis von Getreide hergestellt und eröffnet damit auch für Ottomotoren eine umweltfreundliche Alternative zum Benzin. Bisher kommt Bioethanol in Deutschland vor allem als Antiklopfmittel ETBE zum Einsatz.

Aber auch die Direktbeimischung von Ethanol zu Ottokraftstoffen ist möglich – vorzugsweise als E 85 (85% Ethanol, 15% Ottokraftstoff). In Ländern wie USA, Brasilien oder Schweden sind die so genannten Flexible Fuel Vehicles (FFV), die sowohl Benzin als auch beliebige Anteile von Bioethanol tanken können, seit Jahren erfolgreich auf dem Markt. Im August dieses Jahres wurde das erste Fahrzeug dieser Art auch in Deutschland vorgestellt.

Ausführliche Informationen zu Marktdaten von Biokraftstoffen, politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa sowie zu Forschung und
Entwicklung finden sich im VDB-Jahresbericht 2004/2005. Dieser steht auf der VDB- Homepage als Download zur Verfügung oder kann in gebundener Form bestellt werden.

Ansprechpartner:
Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Petra Sprick, Geschäftsführerin
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel. 030/72 62 59-12
Fax 030/72 62 59-19
E-Mail: sprick@biokraftstoffverband.de

(Vgl. Meldungen vom 2005-08-31, 2005-07-08 und 2005-05-20.)

Source: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. vom 2005-09-01.

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