9 September 2011

BFH-Forschungsteam erhält Auszeichnung des internationalen Holcim Awards 2011

Bauplatten aus Maiskolben, Reishülsen und Erdnussschalen

Ein Forschungsteam der Berner Fachhochschule (BFH) hat am 8. September 2011 in Casablanca einen Acknowledgement Prize des internationalen Holcim Awards für die Region Afrika Naher Osten gewonnen. Der Preis, der herausragende Projekte im nachhaltigen Bauen auszeichnet, ist mit US-Dollar 18’750.– dotiert. Er honoriert ein Projekt, das Bauplatten aus landwirtschaftlichen Reststoffen entwickelt, die in Nigeria zur Erstellung von erschwinglichem Wohnraum eingesetzt werden.

Die internationalen Holcim Awards zeichnen innovative Projekte und zukunftsweisende Konzepte im nachhaltigen Bauen auf regionaler und globaler Ebene aus. Dies sind in der Regel Architekturprojekte. Mit dem Projekt der BFH wird ein Projekt prämiert, das sich mit der Materialentwicklung beschäftigt, eine Neuheit. Als Massstab zur Beurteilung dienen fünf Target Issues, mit denen die Holcim Foundation nachhaltiges Bauen definiert. Drei dieser Target Issues orientieren sich am Konzept einer Leistung, in welcher soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander in Einklang sind. Die übrigen beschäftigen sich mit kontextuellen und ästhetischen Auswirkungen, Innovation und Übertragbarkeit. Das Projekt der BFH zur Herstellung von Bauplatten aus Reststoffen erfüllt viele dieser Kriterien.

Maiskolben, Reishülsen und Erdnussschalen
Das preisgekrönte Projekt befasst sich mit der Verarbeitung von wiederverwertbaren landwirtschaftlichen Ressourcen zu Bauplatten. Entstanden ist das Projekt aus der Idee heraus, in Nigeria preisgünstige Wohnungen zu erstellen. Der Grossteil der Bauten in Nigeria wird mit Zementblöcken erstellt. Das Gemisch von Sand und Zement muss teuer importiert werden und ist zudem häufig von schlechter Qualität und kurzer Lebensdauer. Als Fachhochschule mit Kompetenzen in der Architektur, im Bauingenieurwesen und der Holzwerkstoffherstellung, setzte sich das Projektteam unter der Leitung von Charles Job, Professor für Entwurfstheorie in der Architekturausbildung, zum Ziel, das Problem der schlechten und relativ teuren Bausubstanz von Grund auf anzugehen und aus den lokal vorhandenen Ressourcen neue Baumaterialien zu entwickeln. Die Laborarbeiten fanden zusammen mit Partnern von Nigerianischen Universitäten in Enugu und Zaria unter der Koordination von Andreas Rosenkranz statt. Andreas Rosenkranz ist Student des internationalen Masterstudiengangs Holztechnik und Forschungsassistent. Er verfasste seine Masterarbeit innerhalb dieses Projektes.

Der Acknowledgement Prize, der an das Projekt der BFH verliehen wurde, ist mit US-Dollar 18,750.– dotiert. Das Geld fliesst in die weitere Forschung an der Optimierung des Baumaterials sowie die geplante Umsetzung vor Ort ein.

Source: Berner Fachhochschule (BFH), Pressemitteilung, 2011-09-09.

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