21 August 2002

Bevölkerungsmehrheit scheut die hohen Preise ökologischer Baustoffe

Erlebnistag „Nachwachsende Rohstoffe“ zeigte großen Informationsbedarf

Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, Bau- und Energiewirtschaft präsentierten sich und ihre Produkte auf dem Erlebnistag „Nachwachsende Rohstoffe“ am vergangenen Samstag auf dem Rostocker Uniplatz, zu dem das Bundesministerium für Verbraucherschutz und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) eingeladen hatten. Die Rostocker waren indes trotz reichaltigen Informations- und Spaßangebots für das Thema nicht einfach zu interessieren.

Der Raab Karcher-Baustoffexperte Christian Steffens hat erlebt, dass trotz der vielen Vorzüge der nachwachsenden Rohstoffe nur wenige Leute diese Materialien kaufen. „Das sind vor allem Allergiker und überzeugte Ökos“, wusste er zu berichten. Seiner Ansicht nach schreckt vor allem der hohe Preis der natürlichen Baumaterialien die Kunden ab: „Die kosten oft das dreifache gegenüber herkömmlichen Materialien“, erklärte Steffens. Möglicherweise nur aus Preisgründen sind darum nur etwa drei Prozent der jährlich dreißig Mio. Kubikmeter in Deutschland verbauten Dämmstoffe aus Hanf, Holzweichfaser, Zellulose oder Flachs – und Styropor, Mineralwolle oder Steinwolle machen nach wie vor das Rennen. „Wir informieren unsere Kunden zwar über die Vorteile der nachwachsenden Rohstoffe, doch entscheiden müssen sie alleine“, stellte der Fachverkäufer fest. (Vgl. Meldung vom 2002-05-29.)

Die Hubert Loick Firmengruppe aus dem Nordrhein-Westfälischen Dorsten mit ihrer besonderen Geschäftsidee, biologisch-abbaubare Verpackungsmaterialien, aber auch Einweggeschirr, -besteck und Spielzeug aus Mais zu produzieren, war hier auch vertreten. „Wir nutzen den gesamten ökologischen Kreislauf von Maisverpflanzen, vom Anbau der Pflanzen über die Verarbeitung zu verschiedenen Produkten bis zur Entsorgung in unserer Biogas-Anlage“, erklärte Vertriebsleiter Klaus Schuppan, „Wenn man will, könnte man fast den gesamten Einwegbereich durch natürliche Produkte ersetzen“. (Vgl. Meldungen vom 2002-08-20 und 2002-07-29.)

(Vgl. Meldungen vom 2002-08-08, 2002-05-16 und 2002-06-05.)

Source: Ostsee Zeitung vom 2002-08-19.

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