2 September 2005

Berninger zieht Erfolgreiche Zwischenbilanz der Charta für Holz

Im Rahmen der von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat initiierte Veranstaltung “Holz-Innovationen” in Karlsruhe zog der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Matthias Berninger, eine erfolgreiche Zwischenbilanz der Charta für Holz.

Ziel der Holzcharta ist, den Holzverbrauch in Deutschland in den nächsten 10 Jahren um 20% zu steigern. Ein solides Fundament der dazu eingeleiteten Maßnahmen ist die von der Bundesregierung veranlasste Bundeswaldinventur II. Die Ergebnisse liegen vor und weisen aus, dass der jährliche Holzzuwachs im deutschen Wald bei 95 Mio. Vorratsfestmetern liegt und Deutschland mit 320 Vorratsfestmetern je Hektar (ha) neben der Schweiz und Österreich die vorratsreichsten Wälder in Europa mit erheblichen Nutzungspotenzialen hat.

Eine Clusteranalyse wird der heimischen Forst- und Holzwirtschaft wertvolle Hinweise zur weiteren Nutzung der Wälder im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland und zur strukturellen Entwicklung der ländlichen Räume liefern. Die geschaffenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Deutschland neben Österreich an die Spitze der Investitionsstandorte für die Holzindustrie in Europa geführt.

Bereits für 2005 wird eine Steigerung der Schnittholzproduktion in einer Höhe von 3 Mio. m3 erwartet. Die energetische Nutzung von Holz für Wohnraumbeheizungen wurde weiterentwickelt und stellt eine kostengünstigere Alternative zu Öl und Gas dar. Binnen kurzem ist die bundesweite Zahl solcher Anlagen von 200 auf 33.000 angestiegen. Dank der verbraucherfreundlichen, sauberen Anwendung wird ein noch weitaus größerer Anstieg erwartet.

Dass die Holzabsatzsteigerungsbemühungen Wirkung zeigen, unterstreichen auch die Zahlen im Holzhausbau: dessen Anteil beträgt inzwischen rund 14% an allen Baugenehmigungen im Ein- und Zweifamilienhausbau mit steigender Tendenz. Zahlreiche praxisorientierte Forschungsvorhaben sind entstanden.
Die Holzcharta enthält drei Teilziele:

1. Nachfrage nach heimischem Holz steigern
2. Holzangebot qualitativ und quantitativ optimieren
3. Forschung, Entwicklung und Bildung

Die Bundesregierung hat hierzu intensiv öffentlich auf Bundes- und Landesebene für Holz und Holzprodukte geworben. Sie fordert von den Ländern den Abbau von Hemmnissen für die Holzverwendung im Bereich des Bauwesens. Sie unterstützt die Marketingkampagnen des Holzabsatzfonds. Sie setzt sich für die Einführung und Nutzung von Qualitätszeichen bzw. Ökosiegeln ein und intensiviert die Forschung für innovative Holzprodukte.

BMVEL hat bereits seit 1998 über 200 Mio. € in die Bereiche Forschung und Entwicklung investiert und damit positive Weichenstellungen vorgenommen. Im Haushalt des BMVEL ist eine Erhöhung der Gesamtmittel für das “Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe” von 30,5 Mio. € in 2004 auf 53,6 Mio. € in 2005 (+ 75% !) eingestellt, wovon rund 2,7 Mio. € für Forschung, Entwicklung und Demonstration verwendet werden sollen. Im Rahmen dieses Programms unterstützt das BMVEL auch die Technologieentwicklung zur energetischen Nutzung von Holz durch die Förderung geeigneter Projekte mit Vorrang. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe verstärkt im Auftrag des BMVEL ihre Förderaktivitäten im Bereich der stofflichen Verwertung von Holz.

Darüber hinaus bietet die Energiegewinnung aus Holz strukturschwachen und waldreichen Regionen gute Chancen zur Schaffung zusätzlicher Einkommen und Arbeitsplätze. Im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (AFP) können Investitionen zur Energieeinsparung und -umstellung auf alternative Energiequellen gefördert werden.

Das “Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG)” ist eine wichtige Grundlage für die Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien an der Energieversorgung bis 2010. Die Bundesregierung hat die Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wie z. B. Bioenergien im “Marktanreizprogramm zur Förderung Erneuerbarer Energien (MAP)” deutlich angehoben (auf rund 250 Mio. €). Damit werden im Bioenergiebereich vor allem die Wärmeversorgung mit Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletfeuerungen sowie Nahwärmenetze mit Investitionszuschüssen und zinsgünstigen Darlehen gefördert.

(Vgl. Meldung vom 2005-09-01.)

Source: BMVEL-Pressemitteilung Nr. 240 vom 2005-09-01.

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