1 Oktober 2004

Berninger: Den Holzweg ökologisch und wirtschaftlich voranbringen

Ergebnisse der ersten gesamtdeutschen Bundeswaldinventur (2. BWI)Ergebnisse der ersten gesamtdeutschen Bundeswaldinventur (2. BWI)

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, gab heute in Berlin die Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur bekannt und zog dabei eine positive Bilanz: “Mit 3,4 Milliarden Kubikmetern Holzvorrat liegt der deutsche Wald in Europa mit an der Spitzen. Es ist unser Ziel, dieses Potential mit der “Charta für Holz” gemeinsam mit der beteiligten Wirtschaft zu nutzen und den Holzabsatz zu steigern,” so Berninger. “Hierzu müssen wir die ökologischen Probleme des Waldes erfolgreich angehen.”

Der Holzzuwachs in den alten Ländern liegt mit 12 Kubikmetern pro Hektar und Jahr über den bisherigen Annahmen. Damit wächst dort in der Sekunde ein Würfel von 1,44 m Kantenlänge. Der Zuwachs wurde in den vergangenen 15 Jahren zu etwa drei Viertel genutzt. Berninger appellierte auch an die Verbraucherinnen und Verbraucher, heimisches Holz verstärkt zu nutzen.

Seit der ersten Bundeswaldinventur 1987 hat sich der Wald in seiner Zusammensetzung deutlich verändert: So hat der Anteil der Laubbäume, insbesondere Buchen, zugenommen. Gleichzeitig nahm der Anteil der Nadelbäume, insbesondere der Fichten, ab. Dieser Weg muss konsequent weiter gegangen werden. Nur der nachhaltig bewirtschaftet Mischwald bietet Schutz vor zu starken Käferbefall (etwa Buchdrucker und Finkenstecher) und dient der Reduzierung des Klimawandel, dessen negative Wirkung laut Expertinnen und Experten im Wald bereits zu beobachten ist. Klimawandel und die damit verbundenen Witterungsextreme mit Stürmen und Massenvermehrung von Borkenkäfern und anderen Forstschädlingen seien ein unkalkulierbares Risiko. Es sei damit zu rechnen, dass die Trockenheit des vergangenen Jahres dem Wald stark zugesetzt habe.

Der Kurzbericht wird in Kürze unter www.bundeswaldinventur.de“” abrufbar sein. Einige Ergebnisse finden Sie in den folgenden Tabellen. Der offizielle Abschlussbericht zur Bundeswaldinventur wird im November vorliegen. Informationen zur Charta für Holz erhalten Sie in der Rubrik Holzmarkt.

Erläuterung

Mit der Bundeswaldinventur wurde zum ersten Mal nach der Wiedervereinigung der Wald in ganz Deutschland einheitlich, Länder übergreifend und in allen Besitzarten durch eine Stichprobe erhoben. Die erste Bundeswaldinventur wurde 1987 durchgeführt. Ziel des Berichtes ist es, das Verständnis für den Wald zu stärken und die Informationsbasis für Politik, Forstwirtschaft und Holzwirtschaft, aber auch für die ganze Gesellschaft über die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland zu verbessern. Auf der Grundlage der Daten aus der Bundeswaldinventur werden in den nächsten Monaten Szenarien einer nachhaltigen Waldnutzung der nächsten Jahrzehnte erarbeitet. Zu diesem Thema wird das Bundesverbraucherministerium am 16. und 17. November 2004 mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher an der Universität Göttingen ein Seminar veranstalten.

Die Bundeswaldinventur macht deutlich, dass sich die Strukturen des Waldes positiv entwickelten. Über die Hälfte des Waldes ist mindestens zweischichtig aufgebaut. Fast 15 Prozent des Waldes sind als sehr naturnah und 20 Prozent als naturnah einzustufen. Das bedeutet, dass auf über einem Drittel der Waldfläche die Hauptbaumarten der natürlichen Waldgesellschaft zu nennenswerten Anteilen vertreten sind. Nur 17 Prozent des Waldes sind kulturbedingt, das heißt der Anteil der Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft sinkt unter 25 Prozent. Die Bundeswaldinventur weist zudem einen bedeutenden Anteil alter Bäume aus. So haben zum Beispiel 8 Prozent der Eichenflächen ein Alter von über 160 Jahren.

Nach wie vor untersuchen Bund und Länder etwa die Risiken zum Beispiel in der alljährlichen Waldschadenserhebung und auf den langfristigen Dauerbeobachtungsflächen, dem so genannten Level 2. Hierüber berichtet das Bundesverbraucherministerium jedes Jahr im “Bericht über den Zustand des Waldes _ Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitoring”.

(Vgl. Veranstaltungshinweis vom 2004-08-10.)

Source: BMVEL-Pressemitteilung Nr. 253 vom 2004-09-30.

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