16 November 2004

Berlin: Weg vom Erdöl hin zu nachwachsenden Rohstoffen

Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen vom 15.11.2004

Auf große Resonanz stieß unsere Konferenz “Weg vom Erdöl – hin zu nachwachsenden Rohstoffen” am Samstag, 13. November 2004 im Deutschen Bundestag. Über 300 Teilnehmer verfolgten die Redebeiträge von Katrin Göring-Eckardt, Renate Künast und Margareta Wolf sowie die insgesamt fünf spannenden Diskussionsforen rund um das Thema “nachwachsende Rohstoffe”. Zahlreiche namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Politik diskutierten mit unseren Abgeordneten und den interessierten Konferenzteilnehmern.

Erdölzeitalter läuft ab

Wenngleich die Frage nach der Reichweite der fossilen Rohstoffe natürlich nicht abschließend beraten werden konnte, wurde doch von allen Seiten betont, dass das Zeitalter des billigen Erdöls endgültig vorbei ist. Dadurch ist die Möglichkeit der Entwicklung und Markteinführung von Alternativen zum Erdöl so günstig wie nie zuvor. Aufgrund der breiten Einsatzmöglichkeiten kommt nachwachsenden Rohstoffen dabei eine besonders hoffnungsvolle Rolle zu.

Nachwachsende Rohstoffe – mehr als Energie

In der Diskussion wurde deutlich, dass nachwachsende Rohstoffe mehr sind als nur Energielieferanten. Sie bieten gerade im stofflichen und treibstofflichen Bereich ein bislang noch wenig genutztes Potenzial. Eine Nutzungskonkurrenz zwischen energetischem und stofflichem Bereich kann durch die Entwicklung von Nutzungskaskaden vermieden werden. Dabei werden nachwachsende Rohstoffe immer zuerst einer stofflichen Verwertung zugeführt. Die biogenen Reststoffe stehen anschließend für die thermische Verwertung zur Verfügung.

Große Chancen für ländliche Räume

Nachwachsende Rohstoffe bieten sowohl große Chancen für die Entwicklung ländlicher Räume als auch für die Entwicklung innovativer und dezentraler Schlüsseltechnologien. Hier sollten alle Technologiepfade verfolgt und gefördert werden. Wie bereits im Fall der alternativen Energien, kann Deutschland hier auch bei der Entwicklung von Treibstoffen und Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen eine Führungsrolle einnehmen. Ganz wichtig dabei: In diesem Bereich steckt auch großes Potenzial für neue Arbeitsplätze.

Umwelt, Natur und Landschaft schützen

Ein Zielkonflikt zwischen wirtschaftlichem Anbau nachwachsender Rohstoffe sowie Umwelt- und Naturschutz kann vermieden werden. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sollte dabei ohne eine vermehrte Verwendung von Pestiziden, Stickstoffdünger und dem ausschließlichen Anbau von Monokulturen weiter ausgebaut werden. Auf die Nutzung der grünen Gentechnik kann vollständig verzichtet werden.

Vielfältiger Instrumentenmix notwendig

Wie können wir die Nutzung nachwachsender Rohstoffe fördern? Auf der Konferenz wurden zahlreiche Instrumente zur Förderung nachwachsender Rohstoffe in den einzelnen Bereichen diskutiert. Ergebnis: Ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz im Energiebereich bedarf es neuer Instrumente zur Förderung nachwachsender Rohstoffe im stofflichen und im treibstofflichen Bereich sowie bei der Wärmeerzeugung. Auch generelle Steueranreize sowie die Ausweitung von Förderprogrammen und Öffentlichkeitskampagnen wurden als notwendige Maßnahmen beschrieben. Schließlich wurde die Dringlichkeit unserer Doppelstrategie hervorgehoben: Energie- und Ressourceneinsparung und die Förderung von Alternativen zu den fossilen Ressourcen gehören zusammen.

Gelungener Auftakt

Unsere Veranstaltung ist auf ein ausgesprochen positives Feedback gestoßen und hat gezeigt, welche großen Chancen in den nachwachsenden Rohstoffen schlummern. Die grüne Bundestagsfraktion hat mit dieser Veranstaltung und einem Strategiepapier auch ein deutliches Signal für die verbleibende Wahlperiode gesetzt. Andererseits ist ebenso deutlich geworden, dass wir in vielen Bereichen, ob stoffliche Nutzung, Forschung oder Wärmeproduktion, noch am Anfang stehen. Alle Akteure, nicht nur die Politik, sind aufgefordert, sich dringend für neue, konkrete Maßnahmen einzusetzen, damit die Chancen auch genutzt werden können.

Vgl. auch Meldung vom 16.11.2004.

Source: Pressemitteilung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 2004-11-16.

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