11 Dezember 2007

BDOel: Energiesteuer für heimisches Pflanzenöl gefährdet Entwicklung im ländlichen Raum

Ölmühlen im ländlichen Raum wirtschaftlich massiv bedroht

“Die bäuerlich-mittelständischen Ölmühlen im ländlichen Raum verlieren die Hoffnung” fasst Günter Hell, Vorsitzender des Bundesverbandes Dezentraler Ölmühlen (BDOel) e.V. die Ergebnisse einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes zusammen. Wenn die 2. Stufe der Biokraftstoffbesteuerung mit einem Steuersatz von 9 Cent pro Liter Pflanzenöl am 1. Januar 2008 eintritt, befürchten über 40% der befragten Ölmüller die Produktion von umweltfreundlichem Pflanzenölkraftstoff aus heimischer Rapssaat vorübergehend oder dauerhaft einstellen zu müssen. Die übrigen Ölmühlen wollen die Produktion auf weniger als ein Drittel des heutigen Niveaus drosseln.

Die derzeit bekannten ca. 600 dezentralen Ölmühlen haben ein geschätzte Verarbeitungskapazität von ca. 1,4 Mio. t Rapssaat, was in etwa einem Viertel der deutschen Ernte entspricht. Bezieht man den vor- und nachgelagerten Bereich mit ein, wird die Zahl der damit im Zusammenhang stehenden Arbeitsplätze insgesamt auf 15.- 20.000 geschätzt.

Eine zunehmende Nutzung des in Deutschland produzierten Rapsölkraftstoffes, die neben einer Stärkung des ländlichen Raums u.a. eine Reduzierung von Treibhausgasen bewirkt, ist unter diesen Voraussetzungen also nicht zu erwarten. An der Umfrage haben 70% des BDOel-Mitglieder teilgenommen, was deutlich macht, wie ernst die Situation ist. Lediglich momentan läuft der Verkauf des Rapsölkraftstoffes gut, da die vorhandenen Nutzer ihre Lager vor Beginn der Besteuerung füllen und der Preis für Mineraldiesel hoch ist. “Rapsölkraftstoff aus dezentralen Ölmühlen wird vor allem als Reinkraftstoff verwendet. Von der Beimischungsquote können nur der Biodiesel und zukünftig Importöle, die in den Raffinerien der Mineralölkonzerne verarbeitet werden, profitieren.

Abschließend zeigt sich, weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze, weniger Möglichkeiten für Wertschöpfung und Diversifizierung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.” stellt Hell heraus. In einem Schreiben an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMELV, Ursula Heinen, fordert er das BMELV auf, diese “für den ländlichen Raum abträgliche Entwicklung aufzuhalten und wieder umzukehren.”. Hierzu fordert der BDOel die Aussetzung der nächsten Steuerstufe und die kurzfristige Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die nächsten 10 Jahre.

(Vgl. Meldungen vom 2007-11-12 und 2007-09-24.)

Source: BDOel e.V., 2007-12-04.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email