18 September 2006

BDI: Potenziale bei Sekundär- und nachwachsenden Rohstoffen besser nutzen

Standards für Recycling europaweit harmonisieren

Früher als “Müllkutscher” belächelt, sind Recyclingunternehmen heute als Lieferanten von Sekundärrohstoffen ein wichtiger Pfeiler der Rohstoffversorgung der deutschen Industrie. Angesichts der in den letzten Jahren auf den Weltmärkten drastisch gestiegenen Rohstoffpreise und teilweise Verknappungen wäre ohne Recycling in Deutschland als rohstoffarmem Hochtechnologieland die Rohstoffversorgung heute teilweise gefährdet.

“Die deutschen Metallrecycler gehören hinsichtlich Qualität der Produkte und Umweltstandards zur Weltspitze.” Das sagte Peter Hoffmeyer, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) und Mitglied der BDI-Präsidialgruppe Internationale Rohstoffragen anlässlich der BDI-Fachtagung “Sekundärrohstoffe und nachwachsende Rohstoffe” am Donnerstag, 14. September, in Berlin.

Auch die Verwertung von Kunststoffabfällen und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe gewinnen angesichts der steigenden Rohstoffpreise an Bedeutung, z.B. zur Substitution von Erdöl bei der Energiegewinnung. Darüber hinaus werden heute schon elf Prozent der in der chemischen Industrie eingesetzten Rohstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Ebenso können Kunststoffabfälle durch Recycling in beträchtlichem Maße wieder in der Industrie eingesetzt werden.

“Die Potenziale sind immens: “Urban Mining” bezeichnet eines der künftigen Hauptbetätigungsfelder der Entsorgungswirtschaft. Das bedeutet nichts anderes, als dass beim Umbau unserer Städte und der Infrastruktur ein großes Potenzial an Rohstoffen zur Verfügung stehen wird. Nur durch eine konsequente stoffliche Verwertung kann dieser Schatz nutzbar gemacht werden”, so Hoffmeyer.

Der BDI erarbeitet zurzeit Elemente einer zukunftsorientierten Rohstoffpolitik unter den Bedingungen bleibender Angebots- und Nachfrageprobleme auf den Weltmärkten. Recycling und der Einsatz von nachwachsenden Ressourcen bilden dabei ein wichtiges Element.

Die unterschiedliche Umsetzung von EU-Richtlinien in den Mitgliedsländern hat zu Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Industrie geführt. Im Bereich Metallrecycling bewirkt dies z.B. einen erhöhten Schrottabfluss aus Deutschland, wodurch der deutschen Industrie wichtige Rohstoffe verloren gehen. Der BDI plädiert daher für eine einheitliche Umsetzung von Recycling-Richtlinien in der EU.

Kontakt:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Thomas Hüne, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Breite Str. 29
10178 Berlin
Telefon: (030) 20280
Telefax: (030) 20282566
eMail: t.huene@bdi-online.de

Source: BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. vom

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email