10 Juli 2007

BBK: Hydrierung von Biokraftstoffen zur Beimischung fördert Billigimporte

Verband sieht zusätzliche Gefahr für gebeutelte Branche

Auf die große Gefahr für die mittelständische Biokraftstoffwirtschaft, dass die Hydrierung, d.h. die gemeinsame Verarbeitung von minderwertigem Pflanzenöl und Altspeiseölen zusammen mit Erdöl zur Beimischung angerechnet werden soll, weist Peter Schrum, Präsident des Bundesverbands Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. (BBK), hin:

Die Beimischung von Biokraftstoffen wird bereits zu 80 Prozent durch Billig-Importe, B99 etc. abgedeckt. Eine aktuell diskutierte Freigabe der Hydrierung von Pflanzenöl als Anrechnung in die Beimischungsquote durch die Bundesregierung würde in kürzester Zeit die Beimischung von Biodiesel zu 100 Prozent überflüssig machen und eine weitere Verschlechterung der Lage nach sich ziehen.

Dieses würde dazu führen, dass billiges verschmutztes Altspeisefett oder Pflanzenölabfälle auch aus den Entwicklungs- und Schwellenländern in den deutschen Raffinerien zu guten “Biokraftstoffmischungen” hydriert werde. Bisher werden in Europa die Altspeisefette in speziellen Hochleistungsbiodieselanlagen zu hochwertigem Biodiesel nach EN-Norm verarbeitet.

Deutscher und europäischer Biodiesel wird bei Legitimation der Hydrierung für die Beimischung bedeutungslos. Die deutsche Steuerpolitik würde zusätzlich die Entwicklungs- und Schwellenländer erheblich schädigen, da derzeitig die Altspeisefette vor Ort eine bedeutende Eigenenergieressource darstellen. Dieser politischen Entwicklung ist mit Nachdruck entgegen zu wirken.

Wieder einmal zeigt sich, dass Zwangsbeimischungen nur den einen Effekt haben – sie fördern Billigimporte. Die deutsche Biokraftstoffpolitik muss deshalb wieder auf die Bio- Reinkraftstoffe B100, E85/ E100, Biomethan und Synthesekraftstoffe ausgerichtet werden, da sie für Klima, Versorgungssicherheit und einheimische Wirtschaft erheblich mehr positive Effekte bringen, als die Beimischung.

Die vollständige Pressemeldung kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

(Vgl. Meldungen vom 2006-11-28, 2006-07-20 und 2007-07-09.)

Source: Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. (BBK) , 2007-07-03.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email