10 Dezember 2004

Baumwollproduktion und -verarbeitung im Jahr 2004

Die Produktionsschätzungen von Cotlook für die Saison 2004/05 wurden in der Novemberschätzung erhöht. Derzeit geht man insgesamt von 24,48 Millionen Tonnen aus, mit quantitativ guten Ernteverläufen in vielen Haupterzeugerländern in der nördlichen Hemisphäre und einem globalen Durchschnittsertrag auf Rekordniveau. Die Erzeugung dürfte den Verbrauch sichtbar übersteigen. Einige Veränderungen in der kürzlich publizierten Schätzung umfassen große Volumina.

Die USA werden voraussichtlich 250.000 Tonnen mehr einfahren. Die Zunahmen in der Oktoberschätzung beliefen sich noch auf 134.000 Tonnen. Die US-Ernte nähert sich nun einem neuen Rekord von 4,9 Millionen Tonnen (22,55 Millionen Ballen à 480 lbs). Dies entspricht der 3,6fachen Menge des Inlandsverbrauchs, 1994/95 war es die 1,7fache Menge.

Eine ähnliche Größenordnung gilt für China mit einem Plus von ca. 200.000 Tonnen aufgrund des Anstiegs in einigen Baumwollanbaugebieten einschließlich Shandong und Xinjiang. Auch für Indien nimmt man mit 3,4 Millionen Tonnen (20 Millionen Ballen à 170 kg) eine größere Ernte an (plus 170.000 Tonnen).

Im Vergleich zum letzten Monat wurde die Cotlook- Prognose für Pakistan um nahezu 100.000 Tonnen auf 1,997 Millionen Tonnen angehoben – bereits zum zweiten Mal hintereinander eine Zunahme in diesem Umfang.

Die weiteren Veränderungen in der nördlichen Hemisphäre waren weniger signifikant. In Griechenland werden die Mengen an Saatbaumwolle voraussichtlich das von Brüssel angesetzte Niveau für Hilfszahlungen überschreiten. Das Landwirtschaftministerium hat kürzlich seine Prognose erhöht.

Kasachstan wird in der Saison 2004/05 geschätzte 148.000 Tonnen einfahren, im Vergleich zum Vormonat 15.000 Tonnen mehr. Man geht von der größten Ernte seit der Unabhängigkeit aus.

Für Turkmenistan zeigt sich bei 216.000 Tonnen lediglich eine marginale Veränderung. Usbekistans Prognose bleibt bei 1,05 Millionen Tonnen.

Ein Anstieg von 20.000 Tonnen erzeugter Baumwolle im Vergleich zum Vormonat nimmt man für Tansania an, wo in dieser Saison mit 110.000 Tonnen ein Rekordvolumen erreicht werden dürfte.

In anderen Regionen der nördlichen Hemisphäre wurden nur marginale Veränderungen notiert, vornehmlich um nun die Veröffentlichung der endgültigen Erntedaten zu dokumentieren.

In der südlichen Hemisphäre wurden in einigen Länden die Ernteprognosen aufgrund einsetzender Niederschläge während des letzten Monats erhöht.

In Australien profitierten die frühen Aussaaten in Regionen, in denen die Produzenten ausgesät hatten, ohne dass während der Saison garantiert ausreichende Bewässerung zur Verfügung stehen würde, durchRegenfälle. Zudem wurde die in einigen Gebieten erforderliche Neuaussaat erleichtert.

Gleichermaßen konnte Argentinien von Niederschlägen etwas profitieren. Die Aussichten haben sich für einige Gebiete, wenn auch nicht alle, erhöht (Ernteprognose: 155.000 Tonnen).

Die für die Aussaat vorgesehene Fläche könnte ausreichen, um einen moderaten Anstieg im Vergleich zu den niedrigen Ergebnissen der letzten Saisons einzufahren.

Im Gegensatz hierzu wurde in Paraguay aufgrund der niedrigen internationalen Preise die Aussaat reduziert; daher ist eine entsprechend niedrige Ernte mit geschätzten 90.000 Tonnen zu erwarten. Die brasilianische Ernteschätzung mit 1,3 Millionen Tonnen wurde nicht verändert, da größtenteils ein der Vorsaison entsprechendes Areal bepflanzt wird und man lediglich von einer geringen Zunahme des Erntevolumens ausgeht.

Welt-Baumwollverarbeitung
In Verlauf des letzten Monats erhöhte sich die Prognose der weltweiten Baumwollverarbeitung um 330.000 Tonnen auf 22,43 Millionen Tonnen. Die Baumwollpreise scheinen der Polyesterfaser auf einigen Märkten scharfe Konkurrenz zu bieten. Ferner wurden in einigen Ländern, in denen man dem Wegfall der Quoten Anfang nächsten Jahres positiv entgegensieht, seitens der Industrie weiterhin Investitionen getätigt. An der Spitze steht hier China.

Die Garnproduktion in China erreichte dem National Bureau of Statistics zufolge im September ein neues Rekordhoch und blieb auch im Oktober auf einem beeindruckend hohen Level. Die Prognose zur Verarbeitung insgesamt wurde im Vergleich zur Vormonatsschätzung um 300.000 Tonnen angehoben und liegt nun bei 8 Millionen Tonnen (ICAC November: 7,6).

In Bangladesch werden bereits in den ersten Monaten des derzeitigen Vertriebsjahres die Garnexporte klar ausgeweitet – traditionell der Motor der Baumwollverarbeitung des Landes, trotz des möglicherweise hinderlichen Einflusses durch die schweren Monsunfluten. Darüber hinaus wird das Langzeitprogramm der Expansion des Spinnereisektors zur Unterstützung der Gewebeindustrie offenbar fortgesetzt. Geschätztes Verarbeitungsvolumen 2004/05: 360.000 Tonnen und 2003/04: 300.000 Tonnen.

Eine weitere Zunahme ist in Turkmenistan mit 1,4 Millionen Tonnen (Vormonat: 1,35) zu beobachten, während in Griechenland das Volumen aufgrund reduzierter Verarbeitungstätigkeit eines großen inländischen Betriebes sichtbar abnahm. Geschätztes Verarbeitungsvolumen 2004/05: 100.000 Tonnen und 2003/04: 135.000 Tonnen. (Cotton Outlook)

Aktuelles zur Baumwollwirtschaft findet sich beim International Cotton Advisory Committee (ICAC).

Source: Cotton Report - Wochenbericht der Bremer Baumwollbörse, Nr. 47/48 vom 2004-12-03.

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