3 Mai 2007

Bauernverband: Landwirtschaft lechzt nach Wasser

Bei anhaltender Trockenheit befürchten Landwirte Ernteausfälle

Die deutschen Landwirte befürchten wegen der anhaltenden Trockenheit in Deutschland Ernteausfälle und halten vor diesem Hintergrund steigende Preise für denkbar. “Getreide, Mais und Rüben, aber auch Obst und Gemüse sowie unsere Wiesen und Weiden lechzen im wahrsten Sinne des Wortes nach Wasser”, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner.

Ohne baldigen Regen könnten die befürchteten Ernteausfälle noch größer werden. Da nicht nur in Deutschland sondern auch in Oberitalien, Frankreich, Polen und der Ukraine von Dürreschäden berichtet werde, sei mit einem weiteren Anziehen der Getreidepreise zu rechnen, betonte Sonnleitner. Diese Einschätzung wird von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) bekräftigt. Die ZMP betonte, dass die nächsten zehn Tage für den Verlauf der Ernte und damit auch für die Preise entscheidend sind. Für genaue Prognosen über die Preisentwicklung sei es aber noch zu früh.

Dr. Helmut Born wies darauf hin, dass im April 2007 gerade mal vier Liter Wasser je Quadratmeter gefallen seien, normal seien jedoch 60 Liter. Dringend bräuchten die Bauern daher “14 Tage sauschlechtes Wetter mit viel Wasser”, so Born. Er hob hervor, dass sich das Pflanzenwachstum aktuell in der entscheidenden Phase befindet. Das Wachstum, aber auch die Blüten- und Fruchtbildung, seien durch die anhaltende Trockenheit im April stark gestört worden. Betroffen seien nicht allein die Bauern, die vom Ackerbau leben, sondern auch Landwirte, die Grünfutter für ihre Kühe benötigen. “Was auf den Wiesen gewachsen ist, ist allenfalls die Hälfte eines normalen Grasschnittes”, erklärte Born.

Mit Bewässerungsanlagen könnten Landwirte nur sehr eingeschränkt nachhelfen. Dies lohne sich nur bei Kulturen, die größere Umsätze je Hektar brächten. Ein Bewässerungsgang kostet nach Aussage Borns etwa 200 bis 250 Euro je Hektar. Das sei mehr als der Gewinn in einem normalen Getreide anbauenden Betrieb je Hektar. Born geht davon aus, dass sich die deutschen Landwirte langfristig auf Pflanzen umstellen müssten, die weniger Wasser brauchen und die Hitze vertragen. “Wir müssen versuchen, dass die Züchter bei unseren Getreidesorten und bei den Rapssorten Wasserresistenzen stärker hineinzüchten”, sagte Born.

Source: Deutscher Bauernverband (DBV) vom 2007-05-03.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email