13 Oktober 2001

Basisprodukte für Chemie- und Pharmaindustrie aus Gras

Künftig scheint auch in Deutschland machbar, was in den USA bereits Realität ist. Basisprodukte für die Chemie- und Pharmaindustrie lassen sich nicht nur aus Erdöl, sondern auch sondern aus Gras oder anderen Futterpflanzen produzieren. Die erste, dafür notwendige “Grüne Bioraffinerie” Deutschlands soll hierfür in Selbelang (Havelland) als zehn Millionen Mark (5,11 Millionen Euro) teure Demonstrationsanlage entstehen. Ein Netzwerk meist wissenschaftlicher Institutionen, von Birgit Kamm vom Forschungsinstitut Bioaktive Polymersysteme (Biopos) in Teltow (Potsdam-Mittelmark) ins Leben gerufen, beabsichtigt die Errichtung einer Bioraffinerie zur Produktion von Milchsäure, Proteinen als auch Faserstoffen aus Biomasse sowie deren Weiterverarbeitung.

“Cargill”, einer der größten US-Konzerne der Lebensmittelindustrie, dessen Tochterunternehmen in Wittenberge (Prignitz) eine Biodieselanlage betreibt, stellt in seiner “grünen Raffinerie” in Nebraska bereits aus Biomasse den Kunststoff “Polyactid” her, der als Ersatzstoff für Polytethylen oder Polypropylen im Verpackungs- und Textilbereich vorgesehen ist. Die Nutzung von Biomasse für Chemierohstoffe bietet nicht nur umweltfreundliche Aspekte hinsichtlich des Treibhauseffektes, sondern reduziert nachhaltig die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Von der Erfahrung der US-Pionierarbeit profitiert nun der Forschungsstandort Teltow-Seehof, der bereits mit mehreren Investoren in Verhandlung steht.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Märkische Allgemeine vom 13.Oktober 2001.

Source: Märkische Allgemeine vom 13.Oktober 2001.

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