20 Juni 2018

BASF investiert in LanzaTech, ein Unternehmen mit einer Technologie für Kohlenstoff-Recycling

Patentgeschützte Technologie von LanzaTech wird derzeit im kommerziellen Maßstab in der Stahlindustrie eingesetzt

  • Einzigartiges biotechnologisches Verfahren zur Verwendung von gasförmigem Abfall als Rohstoffquelle
  • Technologie hat Potenzial für Anwendungen in der Chemieindustrie

LanzaTech’s commercial facility with steel producer Shougang in China, converting steel mill emissions into ethanol.Diese kommerzielle Anlage von Lanzatech und dem Stahlhersteller Shougang in China wandelt Hüttengase in Ethanol um.

Diese kommerzielle Anlage von Lanzatech und dem Stahlhersteller Shougang in China wandelt Hüttengase in Ethanol um.

Die BASF Venture Capital GmbH investiert in LanzaTech, ein Biotech-Unternehmen mit Hauptsitz in Chicago, Illinois, USA. LanzaTech hat eine Technologie zur Gasfermentation entwickelt, bei der mit Hilfe von speziellen Mikroben zunächst Ethanol aus kohlenmonoxid- und wasserstoffhaltigen Restgasen hergestellt wird. Mit dieser Wiederverwertung von Abfallströmen anstelle deren Verbrennung können Industrieunternehmen CO2-Emissionen verringern.

Die patentgeschützte Technologie von LanzaTech wird derzeit im kommerziellen Maßstab in der Stahlindustrie eingesetzt, wo Kohlenmonoxid aus Restgasen zu Ethanol umgewandelt werden kann. Ethanol ist der Ausgangsstoff zum Beispiel für Diesel und Benzin oder Flugzeugtreibstoff sowie für Kunststoffe und Polymere. LanzaTechs Produktportfolio umfasst neben Ethanol weitere Biochemikalien wie chemische dSpezialitäten und Zwischenprodukte, die als Ausgangsstoffe für andere Produktionsprozesse in der Chemie verwendet werden können. Die Technologie hat außerdem das Potenzial zur Aufbereitung und Wiederverwertung von Abfallströmen in der chemischen Industrie oder von kommunalen Entsorgern.

„LanzaTech bietet eine erfolgversprechende Technologie, welche die Verwertung bisher ungenutzter industrieller Rest- und Abfallströme ermöglicht“, so Markus Solibieda, Geschäftsführer BASF Venture Capital, und weiter: „Wir unterstützen unsere Kunden und die Gesellschaft mit Chemie, die vorhandene Ressourcen bestmöglich nutzt, und arbeiten daran, Nachhaltigkeit stärker in all unsere Geschäftsprozesse zu integrieren. Ein Baustein hierzu ist die Investition in Technologien, die zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Industrie beitragen.“

„Das Investment von BASF wird uns helfen, unser Ziel einer ‚Carbon Smart Future‘ zu verwirklichen“, sagt Jennifer Holmgren, CEO LanzaTech, und weiter: „Die Expertise der BASF in nachhaltiger Chemie zum Wohl der Gesellschaft passt zu unserer Vision des Kohlenstoff-Recyclings: Wir fangen Kohlenstoff-Abfälle auf und verwenden diese, um nützliche Alltagsgegenstände herzustellen, ersetzen somit fossile Rohstoffe und halten den Himmel klar für alle.“

 

Über BASF Venture Capital

Die BASF Venture Capital GmbH (BVC) wurde 2001 gegründet und ist mit Büros in Europa, USA, China und Israel vertreten. Ziel der BVC ist es, durch Investitionen in junge Unternehmen und Fonds neue Wachstumspotenziale für die BASF zu generieren. Im Investmentfokus stehen dabei chemische Produkte und neue Materialien, Software und Dienstleistungen, sowie innovative und digitale Geschäftsmodelle im weiteren Umfeld der Chemie.

Über BASF

BASF steht für Chemie, die verbindet – für eine nachhaltige Zukunft. Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung. Mehr als 115.000 Mitarbeiter arbeiten in der BASF-Gruppe daran, zum Erfolg unserer Kunden aus nahezu allen Branchen und in fast allen Ländern der Welt beizutragen. Unser Portfolio haben wir in den Segmenten Chemicals, Performance Products, Functional Materials & Solutions, Agricultural Solutions und Oil & Gas zusammengefasst. BASF erzielte 2017 weltweit einen Umsatz von 64,5 Milliarden €. BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und Zürich (BAS).

Über LanzaTech

LanzaTech hat einzigartige Mikroben entwickelt, die ein breites Spektrum an Gasen für die Treibstoff- und Chemieproduktion binden und wiederverwerten können. Für mehr als 50 verschiedene Moleküle wurde dies schon gezeigt. Geschützte Mikroben kombiniert mit innovativen Ansätzen im Bioreaktor-Design und in der Prozessentwicklung haben einen raschen Scale-up ermöglicht. Die ersten beiden kommerziellen Einheiten, die Abfallgase aus Stahlhütten zu Treibstoffen umwandeln, werden zurzeit gebaut; in China mit Shougang und in Belgien mit dem weltgrößten Stahlhersteller ArcelorMittal. Über die Wertschöpfungskette hinweg treibt LanzaTech eine „Carbon SmartTM“ Kreislaufwirtschaft voran, bei der sich sowohl Gaslieferanten als auch Endverbraucher bei der Herstellung neuer Produkte für eine ressourceneffiziente Wiederverwertung von Kohlenstoff entscheiden können, anstatt diese aus fossilen Vorräten zu produzieren.

LanzaTech wurde in Neuseeland gegründet und hat mehr als 250 Millionen US$ von Investoren erhalten, darunter Khosla Ventures, K1W1, Qiming Venture Partners, Petronas, Mitsui, Primetals, China International Capital Corp, Suncor, China International Investment Corporation (CITIC) und der New Zealand Superannuation Fund.

Source: BASF, Lanzatech, gemeinsame Pressemitteilung, 2018-06-13.

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