13 Dezember 2013

Ausgezeichneter Schaum

Freiburger Forschungsteam belegt beim „Innovationspreis Schaumstoffe 2013“ den zweiten Platz

Für ihre Forschung an Hartschäumen aus Rindenextrakt, die als Dämmmaterial für Häuser dienen, hat das Nachwuchsteam Ricarda Böhm, Danny Garcia-Marrero (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Clément Lacoste (Université de Lorraine/Frankreich) beim „Innovationspreis Schaumstoffe 2013“ den zweiten Platz belegt. Die Preisverleihung fand am Dienstag, 3. Dezember, bei der Fachtagung Polyurethane 2013 in München statt und wurde vom Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. ausgerichtet. Der „Innovationspreis Schaumstoffe“ wird an Studierende und Nachwuchskräfte verliehen, die mit ihren Ideen helfen, Verfahren und Produktionstechnologien von Schaumstoffen zu optimieren. Der zweite Platz ist mit 1.500 Euro dotiert.

Böhm, Garcia-Marrero und Lacoste erforschen die umweltfreundlichen Schäume für das Projekt „Biofoambark“, das ihre Projektleiterin Prof. Dr. Marie-Pierre Laborie von der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Februar 2012 gestartet hat. Am Freiburger Materialforschungszentrum gewinnt das Forschungsteam die Hartschäume aus Tannin, einem Bestandteil der Holzrinde, die in der Holzindustrie normalerweise als Abfallprodukt übrig bleibt. Da die Schäume gut isolieren und feuerfest sind, sollen sie vor allem als Dämmstoffe beim Hausbau und für Autoteile genutzt werden. Zudem könnten sie als Katalysatoren oder Filter für Schwermetalle dienen sowie Stoffe wie Styropor als Verpackungsmaterial ersetzen. Sie sollen sogar noch nützlich sein, wenn sie nicht mehr gebraucht werden: Ein weiteres Ziel des Projekts ist, dass sich die Schäume zu Biosprit verarbeiten lassen. „Unsere Schäume bieten eine marktfähige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen“, sagt Böhm. „Indem wir die Rinde wiederverwerten, steigern wir den Nutzwert von Holz und entlasten damit die Umwelt“.

Das Projekt „Biofoambark“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. finanziert. Neben der Albert-Ludwigs-Universität sind das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg sowie wissenschaftliche Partner und Firmen aus Italien, Spanien, Finnland, Slowenien und Frankreich daran beteiligt.

Kontakt:

Prof. Dr. Marie-Pierre Laborie
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-97617
E-Mail: marie-pierre.laborie@fobawi.uni-freiburg.de

Source: Freiburger Materialforschungszentrum (FMF), Pressemitteilung, 2013-12-12.

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