16 September 2004

Auf zum Zentral-Landwirtschaftsfest nach München

Kompetenzzentrum stellt im Energieturm aus

Vom 18. bis 26. September 2004 findet das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) neben dem Oktoberfest in München statt. “Landwirtschaft erleben und genießen” – unter diesem Motto lädt der Bayerische Bauernverband (BBV) zum 123. Mal zur Landwirtschaftsschau ein. Über 650 Aussteller aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft, der Landtechnik und der Forstwirtschaft nutzen die Gelegenheit, ihre Produkte auf 120.000 Quadratmetern Fläche zu präsentieren. 400.000 Besucher werden erwartet.

Jeder Tag steht unter einem anderen Motto, wobei der 21. September der Tag der Nachwachsenden Rohstoffe ist. Während der gesamten Ausstellungszeit wird ein 18 Meter hoher, 14 Meter breiter, begehbarer “Energieturm” aus Holz Blickfang sein. Er bietet nicht nur gute Aussicht auf das benachbarte Oktoberfest, sondern lässt auch einen Blick auf die Zukunft alternativer Energien zu, insbesondere der Bioenergie in all ihren Formen. “Damit zeigt sich die bayerische Land- und Forstwirtschaft zukunftsorientiert, denn wie sich Menschen in Zukunft mit Energie versorgen werden, ist eine gesellschafts- und umweltpolitische Frage. Die Land- und Forstwirtschaft kann dazu Lösungen anbieten, in dem sie Nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien in den künftigen Energiemix einbringt”, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, bei einem Pressegespräch.

Als Säulen des Straubinger Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe werden C.A.R.M.E.N., das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) sowie das Wissenschaftszentrum (TU München und FH Weihenstephan) ihre Arbeitsgebiete auf dem ZLF präsentieren. Weitere Aussteller im Energieturm sind folgende Firmen und Organisationen: biomasse GmbH, Straubing; KWB – Kraft & Wärme aus Biomasse GmbH, St. Margarethen; Guntamatic, Peuerbach; Lopper Kesselbau GmbH, Rohr; Karl Strähle GmbH & Co. KG Maschinenbau – Entölungsanlagen, Dettingen sowie der Fachverband Biogas e.V., Freising und die Union zur Förderung der Oel- und Proteinpflanzen (ufop), Berlin.

C.A.R.M.E.N.-Ausstellungsbetreuer Walter Wallrapp hat sich für die Besucher einiges einfallen lassen: “Wir präsentieren die Nachwachsenden Rohstoffe nicht nur unter dem Aspekt der Energiegewinnung, hochwertige Produkte lassen sich damit ebenfalls herstellen. Bestes Beispiel dafür ist eine Matratze aus Sonnenblumenöl, die über ausgezeichnete ergonomische Eigenschaften verfügt, dabei fossile Ressourcen schont und schon in zahlreichen Haushalten für erholsamen Tiefschlaf sorgt”, so Wallrapp.

Ebenfalls ausgestellt wird der in Straubing und inzwischen auch in Würzburg bereits erfolgreich eingeführte biologisch abbaubare Biomüll-Beutel auf Stärke-Basis, der für die saubere und hygienische Sammlung von kompostierbaren Küchenabfällen sorgt. Doch Nachwachsende Rohstoffe können noch viel mehr. Rapsöl beispielsweise gibt es nicht nur in Form von Biodiesel an der Zapfsäule. Auf Straßen aus “RapsAsphalt”, einer Bitumenemulsion auf Rapsölbasis, fahren in Österreich und Deutschland immer mehr Autofahrer ab.

Auf dem Stand des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) werden unter anderem aktuelle Ergebnisse aus der Forschung im Bereich des Pflanzenbaus gezeigt; Schwerpunkte sind dabei der gemeinsame Anbau von Sommerkulturen mit Leindotter zur gleichzeitigen Erzeugung von
Pflanzenöl als Kraftstoff. Für den Bereich Technologie Nachwachsender Rohstoffe werden dem Besucher anhand von Modellen die Eigenschaften von Festbrennstoffen sowie von Pflanzenöl und Biodiesel näher gebracht. So wird mit Hilfe einer “Brennstofforgel” die Energiedichte von Energieträgern aus Biomasse gezeigt, ein “Viskosimeter” verdeutlicht die unterschiedliche Viskosität von Rapsöl als Kraftstoff im Vergleich zu Diesel und Biodiesel. Ein Feuchtemessgerät demonstriert innovative Entwicklungen für die Wassergehaltsbestimmung fester Brennstoffe. Weiterhin werden Informationen über das neu aufgelegte Bayerische Förderprogramm für Biomasseheizwerke angeboten.

Um Besuchern einen Eindruck davon zu geben wie Land- und Forstwirtschaft zum Schutz von Umwelt und Natur beitragen, hat der BBV einen Umweltpfad ausgeschildert. Ein Käfer und ein Schmetterling sind die Wegweiser für diesen ganz be-sonderen Rundgang, der in zehn Etappen über das ZLF führt. Die ersten drei Stationen sind den Nachwachsenden Rohstoffen im Energieturm gewidmet. Dabei geht es am Stand der ufop um “Bayerische Ölfelder” und den daraus gewonnenen Kraftstoff Biodiesel. C.A.R.M.E.N. und die Lopper Kesselbau GmbH informieren zum Thema “Holzpellets statt Heizöl”. Das große Los kann bei einem Quiz zu erneuerbaren Energien am Stand des BBV gezogen werden.

Infos: Internetauftritt des Bayerischen Bauernverbandes (und http://www.BayerischerBauernVerband.de) sowie Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe: Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Tel.: 09421/300-210 und C.A.R.M.E.N., Walter Wallrapp, Tel.: 09421/960-300 (http://www.carmen-ev.de)

(Vgl. Veranstaltungshinweis vom 2004-09-18.)

Source: "Pressemitteilung des C.A.R.M.E.N. e.V. vom 2004-09-16.

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